
Vakuumgedämmte Fertigteile in der Baupraxis
Energetisch optimierte Gebäude benötigen in der Regel eine dicke Wärmedämmung. Bei Passivhäusern sind Dämmstärken von 30 cm und mehr keine Seltenheit. Sind die Außenmaße eines Gebäudes vorgegeben, z. B. durch bestehende Nachbarhäuser oder Baulinien, geht die hohe energetische Qualität auf Kosten der Innenfläche.
Umgekehrt ist es bisher schwierig, einen hochwertigen Wärmeschutz zu schaffen, wenn nur wenig Platz zur Verfügung steht oder keine dick auftragende Dämmung erwünscht ist. Dies betrifft beispielsweise die nachträgliche Dämmung einer einzelnen Reihenhausfassade, aber auch „klassische“ Wärmebrücken wie Rollladenkästen, Fensterlaibungen oder Balkone. In solchen Fällen bietet die Dämmung mit Vakuumisolationspaneelen (VIP) eine Lösung: Die Paneele können bei gleicher Stärke eine vielfach größere Dämmwirkung erzielen als herkömmliche Materialien. Sie ermöglichen dadurch schlanke Konstruktionen auch für sehr gut gedämmte Gebäude oder Gebäudeteile. VIP bestehen aus einem porösen, druckbelastbaren Füllkern, der in einer Vakuumkammer in diffusionsdichte Hochbarriere-Kunststofffolien eingeschweißt wurde. Die Technologie aus dem Bau von Kühl- und Gefriergeräten wurde inzwischen – auch im Rahmen verschiedener Forschungsprojekte – für den Einsatz am Bau weiterentwickelt. Um die gute Dämmwirkung in der Paneelmitte nicht zu relativieren, mussten zunächst Wärmebrücken am Rand der Paneele und anderen Anschlusspunkten minimiert werden.
Weiter war die Entwicklung dampfdiffusionsdichter Stoßstellen der Elemente sowie Anschlüsse der VIP für Boden, Fassade und Dach erforderlich. Notwendig waren außerdem praktikable Lösungen, wie das sehr empfindliche Dämmmaterial unbeschadet an seinen Einsatzort gelangt und dort über lange Jahre störungsfrei funktioniert. Nach ersten Praxistests mit VIP-Dämmung an einzelnen Bauteilen sollen Demonstrationsgebäude weitergehende Erfahrungen über die Planung und den Bau mit VIP bringen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) förderte deshalb die Planung, Optimierung und das Monitoring eines komplett mit VIP gedämmten Passivhauses aus Fertigteilen. Das Gebäude wurde 2005 errichtet und wird seitdem messtechnisch begleitet. Im Folgenden werden die Erfahrungen mit den VIP-Elementen größtenteils unabhängig von der aufwendigen haustechnischen Ausstattung des Gebäudes vorgestellt.
- Vakuumgedämmte Fertigteile in der Baupraxis
- Die VIP-Elemente
- Das Demonstrationsgebäude
- Die Optimierung der Details
- Messergebnisse
- Ausblick

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