Komfortabel Lernen und Arbeiten
In Deutschland besuchen ca. 12,3 Mio. Schülerinnen und Schüler allgemein bildende und berufliche Schulen. Die Öffentlichkeit nimmt heute das Thema Schule angesichts pädagogischer Fragen, wie die der PISA-Studie oder von Ganztagsschulkonzepten, wieder aufmerksamer wahr als noch vor wenigen Jahren. An Architektur und Gebäudetechnik einer Schule werden eine ganze Reihe komplexer Anforderungen gestellt, die auf die spezielle Nutzung zurückgehen.
Schulgebäude bestehen aus unterschiedlichsten Bereichen (Klassenzimmer, Flure, Atrien, Sporthallen) mit verschiedenen Nutzungszeiten. Hohe Belegungsdichten in den Klassenzimmern, verbunden mit großen internen Wärmelasten und hohen Anforderungen an die Lufthygiene, müssen berücksichtigt werden. Außerdem spielen ausreichende Belichtungsverhältnisse, Blend- und Sonnenschutz sowie Raumakustik für ein komfortables Lernen und Arbeiten eine wichtige Rolle.
Denn – das Schulgebäude soll das Lernen fördern und nicht behindern und ebenfalls einen energieeffizienten Betrieb ermöglichen. Die Gebhard-Müller-Schule ist eine kaufmännische Schule im Kreis- Berufsschulzentrum Biberach. Mit diesem Neubau erhielt die Schule ein eigenes Gebäude, das sich an den sehr ambitionierten Vorgaben des Bauherrn in Bezug auf Komfort, Flexibilität der Räumlichkeiten und Energieverbrauch orientiert. Bestandteil des Bauvorhabens ist ein innovatives Energiekonzept mit einem Heizwärmebedarf von ca. 30 kWh/m²a („3-Liter-Haus“). Das Raumkonzept soll eine große Flexibilität ermöglichen und neben geschlossenen Unterrichtsräumen auch offene Lernzonen anbieten.
Die Raumtemperierung erfolgt durch thermische Aktivierung der Stahlbetondecken. Als Hauptwärme- und ausschließliche Kältequelle dient das Grundwasser, im Heizbetrieb über eine Wärmepumpenanlage, im Kühlbetrieb direkt über einen Wärmeübertrager. Das gesamte Gebäude wird mechanisch be- und entlüftet. Weiterer Bestandteil des Entwurfes ist eine optimale Nutzung des Tageslichtes sowie ein effektiver Sonnen- und Blendschutz. Der Neubau der Schule wird wegen des innovativen Konzeptes im Rahmen des Förderprogramms „Energieoptimiertes Bauen (ENOB)“, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert wird, begleitet und evaluiert. Ein Schwerpunkt des Projektes in Biberach liegt auf der Betriebsoptimierung der Anlagentechnik. Im September 2004 wurde das Gebäude übergeben und Anfang 2005 konnte die zweieinhalbjährige Phase der Mess- und Betriebsoptimierung gestartet werden.
- Komfortabel Lernen und Arbeiten
- Gebäudekonzept
- Planung
- Heizung, Kühlung, Lüftung
- Betriebserfahrungen und Optimierungsmaßnahmen
- Fazit
Adressen
Architektur
Elwert-Stottele-Rädle
Wissenschaftliche Begleitforschung
Hochschule Biberach
Dokumentation
Fraunhofer ISE
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(1 Seite, 46 kB)
Abschlussbericht
(116 Seiten, pdf, 14,7 MB)
Bauwerkskosten
(1 Seite, 20 kB)

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