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Abb. 6: Kraftwerk Andasol I in der Bauphase (im Hintergrund die Sierra Nevada).
© Solar Millenium AG

Abb. 7: Kraftwerk Andasol I.
© Solar Millenium AG

Abb. 8: Schnitt durch den Receiver und den Kraftwerksteil im Solarturm.
© Stadtwerke Jülich
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Andasol I – das erste Parabolrinnenkraftwerk in Europa

Nach zwei Jahren Bauzeit geht im Sommer 2008 in der spanischen Provinz Andalusien das kommerzielle Rinnenkraftwerk Andasol I in Betrieb. 624 Rinnen (je 150 m lang und 5,5 m breit) ergeben insgesamt 510.000 m² Spiegelflächen. Das Kraftwerk hat eine Leistung von 50 MWel und soll im Jahr 178 Mio. kWh Strom erzeugen. Dies deckt etwa den Bedarf von 200.000 Menschen. Zwei baugleiche Kraftwerke (Andasol II und III) werden in der Nachbarschaft errichtet und 2009/2010 ans Netz gehen. Deutsche Firmen sind in den Bereichen Planung, Auslegung und Bauüberwachung sowie bei den zentralen Komponenten Spiegel, Receiver, Dampfturbine und der Steuerung beteiligt.

Die Sonneneinstrahlung am Standort Andasol würde an einem normalen Tag eine sechsstündige Stromproduktion ermöglichen, was im Jahr etwa 2.000 Volllaststunden entspricht. Um durch eine längere Stromproduktion pro Tag die Wirtschaftlichkeit der Anlage zu verbessern, wurde ein Hochtemperatur- Wärmespeicher in das Kraftwerk integriert (Abb. 7). Die Kollektoren sind so ausgelegt, dass bei voller Einstrahlung kontinuierlich ein Wärmeüberschuss anfällt. Dieser wird in einem großen Salzspeicher (28.500 t Salzmischung) eingelagert. Das Salz erwärmt sich auf 390 °C, verflüssigt sich dabei, wird dann nach Sonnenuntergang über einen Wärmetauscher geführt und in den zweiten Speicher gepumpt. Die dabei ausgekoppelte Wärme ermöglicht dem Kraftwerk weitere 7 Stunden Stromproduktion. So ist täglich eine Stromerzeugung über 13 Stunden möglich, was sich im Jahr auf 3.600 Volllaststunden addiert.

Versuchskraftwerk „Solarturm Jülich“

Ende 2008 wird in Jülich ein Solarturmkraftwerk mit insgesamt 20.000 m² Spiegelflächen und einem 49 m hohen Turm zu Forschungszwecken ans Netz gehen. Bei diesem Projekt wird konzentrierte Strahlung in einem porösen, keramischen Material in Hochtemperatur gewandelt (Abb. 8). Dieses wird von Luft durchströmt, die dabei Temperaturen von 700 °C erreicht (offen volumetrisches System). Es schließt sich dann ein Dampfkreislauf mit Generator an. Das Turmkraftwerk wird über 1,5 MW Leistung verfügen und etwa 1 Mio. kWh Strom pro Jahr erzeugen.

Dank der Speicherung von überschüssiger Wärme in einem isolierten Stahltank mit einer keramischen Schüttung kann das Kraftwerk auch eine Stunde bedeckten Himmel überbrücken. Ziel des Projekts ist, Erfahrungen mit dem Zusammenspiel der einzelnen Komponenten als Gesamtsystem zu sammeln. In einer späteren Projektphase sind die Integration einer Biomasseverbrennung und der kombinierte Gas- und Dampfturbinenprozess angedacht.

Merkzettel

Adressen

Andasol, Receiver
SCHOTT AG

Andasol, Spiegelsysteme
FLABEG Deutschland GmbH

Solarturm Jülich
Solar-Institut Jülich

Solarturm Jülich
Stadtwerke Jülich GmbH

Downloads

Literaturliste zum Thema
(2 Seiten, 38 kB)

Ausführliche Linkliste
(1 Seite, 34 kB)

Fachartikel zum Projektinfo
(4 Seiten, 426 kB)

Präsentation zum Thema
(19 Seiten, 940 kB)

Forschungsförderung

Das Informationssystem EnArgus bietet Angaben zur Forschungsförderung, so auch zu den Projekten

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