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Die Forschungsplattform FINO 1 wurde im Herbst 2003 45 km nördlich von Borkum in 28 m tiefem Wasser in Betrieb genommen. Die Höhe des Windmessturmes beträgt 100 m.
© DEWI
Ökologische Begleitforschung
Projektinfo 07/2004
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Ökologische Begleitforschung zur Offshore- Windenergienutzung

Im ersten Halbjahr 2004 hat die Windenergie bereits einen Anteil von etwa 5% des deutschen Bruttostromverbrauchs geliefert (BMU). Wind ist in den Küstenländern reichlich vorhanden, am beständigsten weht er jedoch auf See. Hinzu kommt, dass Standorte für Windenergieanlagen (WEA) an Land knapp sind. Die Küstengewässer von Nord- und Ostsee genießen größtenteils Schutzprivilegien, die eine Nutzung für Offshore WEA nicht zulassen, so dass für die Planung und Errichtung vorwiegend die Ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) jenseits der 12-Seemeilen-Grenze vorgesehen wurde.

Die Nord- und Ostsee sind bereits zahlreichen Nutzungen unterworfen, die zu einer großen Belastung für das Ökosystem Meer führen. Hierzu gehören z. B. Kabelnetze, Pipelines, Bohrinseln, Sand- und Kiesgewinnung, Schifffahrtswege, militärische Übungsgebiete und die europäische Küsten – und Hochseefischerei, die schweres Gerät über den Meeresboden ziehen. Der Bau, Betrieb und die Netzanbindung von Offshore WEA bringen neue Veränderungen, die sich unterschiedlich auf die marine Umwelt auswirken.

Fundamente und Piles/Pfähle stellen künstliche Riffe dar, so dass sich in unmittelbarer Nähe der WEA eine auf diese Riffe spezialisierte Bodenfauna entwickeln kann. Während der Bausphase der WEA treten Schallimmissionen auf, die bei marinen Säugetieren zu Gehörschäden und damit auch zu Orientierungsschwierigkeiten führen könnten. Zug- und Seevögel könnten beeinträchtigt werden.

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Bisher konnten mangels praktischer Erfahrungen und fehlender Daten zur Verbreitung der Meeresfauna die Auswirkungen der Offshore Windparks auf die Meeresumwelt nur mit großen Unsicherheiten prognostiziert werden. Seit Anfang dieses Jahrzehnts werden deshalb im Rahmen der Energie- und Umweltforschung umfangreiche Forschungsarbeiten zu technischen und biologischen Fragestellungen auf See installierter WEA untersucht. Federführend ist hier das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), das die Forschungsarbeiten unterstützt. Ein Ziel dieser Forschung ist es, Daten und Erkenntnisse zu gewinnen, die in den laufenden Genehmigungsverfahren und bei der anstehenden Ausweisung von Eignungsgebieten für Offshore Windparks zur Einschätzung der Auswirkungen auf Umwelt und Natur benötigt werden.

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Adressen

MINOS, Marine Warmblüter in Nord- und Ostsee
Landesbetrieb für Küstenschutz

Einfluss akustischer Emissionen auf marine Säuger
Leibniz Universität Hannover, ISD

Ansiedlungsprozesse an künstlichen Hartsubstraten in der Nordsee
Stiftung Alfred-Wegener-Institut (AWI)

Untersuchungen zum Vogelzug
Institut für Vogelforschung

Hinweis

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