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Salz als Wärmeträger und Speicher

Hohe Temperaturen und gute Wirkungsgrade erreicht auch die „Molten-Salt“-Techno­logie, die geschmolzene Salze für den Wärmetransport nutzt. Innerhalb des Projektes High Performance Solar (HPS 2) untersuchen federführend Wissenschaftler des DLR die Wirtschaftlichkeit und Betriebssicherheit von Parabolrinnenkraftwerken mit flüssigem Salz.

In einem neuartigen Durchlaufdampferzeuger gibt das Salz seine Energie an einen angeschlossenen Wasser-Dampf-Kreislauf ab. Durch die erhöhten Dampfparameter Druck und Temperatur sind höhere Wirkungsgrade im Kraftwerksblock und auch überkritische Dampfzustände für kommerzielle Anwendungen möglich. Die Komponenten und das Gesamtsystem der Testanlage im portugiesischen Évora werden für das geschmolzene Salz als Wärmeträgermedium speziell an den Betrieb angepasst. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert.

Dampf und Abwärme nutzbar machen

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE entwickelten einen salzbasierten Latentwärmespeicher, der mit einem Tank für die Schmelze sowie einem für das feste Salzgranulat arbeitet. Ein neuartiger Schneckenwärmeübertrager entkoppelt die Speicherkapazität von der installierten Wärmeübertragerfläche. Das System wurde bereits in das südspanische Fresnel-Kraftwerk PE1 integriert und getestet. Ziel des BMWi-Projektes „Salzbasierter Latentwärmespeicher für solare Dampferzeugung und Abwärmenutzung“ – kurz SALSA – ist, einen funktionsfähiger Speicher für direktverdampfende solarthermische Kraftwerke und industrielle Prozesse zu entwickeln.

Latentwärmespeicher für die Industrie

Im Projekt TESIN erforschen Wissenschaftler des DLR die Einsatzmöglichkeiten von Hochtemperatur-Latentwärmespeichern. Diese sollen die Energieeffizienz von indus­triellen Prozessen, von Kraftwerken und bei der Wärmeversorgung steigern. In einem ersten Schritt wurden die möglichen technischen und wirtschaftlichen Potenziale der Speicherintegration in Stahlwerken und Heizkraftwerken ermittelt. Ein für diesen Zweck weiterentwickelter Speicher für hohe Leistungsdichte und Überhitzung ersetzt den in der Besicherung vorgehaltenen Heizkessel. Dazu muss er für mindestens 15 Minuten den überhitzten Dampf produzieren können. Bisherige Speicher liefern nur Sattdampf und sind für längere Entladezeiten bzw. geringere Leistungen ausgelegt.

Projektinfo 11/2017:
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Merkzettel

Adressen

Entwicklung des Latentwärmespeichers
Linde AG

BINE-Projektinfo 11/2017
(PDF, 4 Seiten, 252 kB)

Links

Energiespeicher
Portal der Förderinitiative Energiespeicher mit aktuellen Meldungen aus Forschung, Entwicklung und Demonstration von Energiespeichern

Infotipps

Solarthermische Kraftwerke
BINE-Themeninfo II/2013

Die Sonnenseiten des Sattdampfes
BINE-Projektinfo 11/2011

Forschungsförderung

Das Informationssystem EnArgus bietet Angaben zur Forschungsförderung, so auch zu diesem Projekt.