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Abb. 6: Wie lange muss ich je nach Jahreszeit bei ganz geöffnetem Fenster und Windstille für einen kompletten Luftwechsel lüften?
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Fensterlüftung

Energiesparende Fensterlüftung erfordert aktive, mitdenkende Nutzer. Die notwendige Dauer der Öffnung hängt von der Witterung ab. Im Winter können die Öffnungszeiten kurz sein, weil durch die höhere Temperaturdifferenz der Luftwechsel zwischen innen und außen schneller erfolgt. Zum anderen haben die Windverhältnisse Einfluss. Wegen der Druckverhältnisse strömt Kaltluft auf der dem Wind zugewandten Seite vermehrt ein, während auf allen anderen Seiten ein leichter Unterdruck entsteht, durch den warme Luft aus dem Gebäude „gesogen“ wird. Abb. 6 zeigt den Einfluss der Außentemperatur auf die Dauer eines kompletten Luftwechsels.

Die Wohnungslüftung mit gekipptem Fenster ist nur während des Sommerhalbjahres sinnvoll. Während der Heizperiode führt sie zu mehrfach überhöhten Luftwechselraten und kühlt die Raumoberflächen unnötig aus. Dadurch wird die Behaglichkeit beeinträchtigt und die Kondensation von Wasserdampf gefördert. Bei der sogenannten Stoßlüftung wird das ganze Fenster geöffnet. Im Winter wird, bei abgestelltem Heizkörper, in 4 – 6 Minuten die komplette Luft ausgetauscht. Die Oberflächen im Raum verlieren nur wenig Wärme. Dann Fenster zu und Heizung an, so wird der Raum schnell wieder behaglich warm.

Tipps zur Vermeidung von Feuchteschäden und Schimmelbildung

  • Badezimmertüren sollen geschlossen sein. Nach dem Duschen/ Baden sollte die Luftfeuchtigkeit direkt nach draußen gelüftet werden.
  • Türen zwischen Räumen mit mehr als 4 °C Temperaturdifferenz sollen geschlossen sein.
  • Kellerräume sollen eher im Winter gelüftet werden, weil dann die einströmende Luft Feuchtigkeit aufnehmen kann.
  • Keine Schränke und große Bilder an ungedämmte Außenwände.
  • Wer nachts mit geöffnetem Fenster schlafen möchte, sollte die Schlafzimmertür geschlossen halten.
  • Im Winter ein ungeheiztes Schlafzimmer durch Öffnen der Tür zu einem beheizten Raum zu temperieren, birgt das große Risiko der Feuchtekondensation.
  • Da jeder Mensch pro Nacht ca. 400 g Wasser abgibt, die von Textilien und Möbeln absorbiert und langsam wieder an die Innenluft abgegeben werden, sollen Schlafzimmer über Tag mehrfach kurz per Stoßlüftung gelüftet werden.
  • Auch Zimmerblumen und Wäschetrocknen in der Wohnung sind eine Quelle von Wasserdampf. Dieses muss beim Lüften berücksichtigt werden.
  • Langes Dauerlüften sollte vermieden werden. Die Luft wird nach einem kompletten Wechsel nicht mehr besser, aber die Oberflächen (z. B. Wände) kühlen aus.
  • Generell: Möglichst nur emissionsfreie oder -arme Baumaterialien und Einrichtungsgegenstände in Innenräumen verwenden

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