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Der Projektleiter Kaspar Knorr (vorne) und Dr. Kurt Rohrig, stellvertretender Institutsleiter am Fraunhofer IWES, demonstrieren den Feldtest in der Leitwarte des Kombikraftwerk 2.
© Harry Soremski, Fraunhofer IWES
Kombikraftwerk 2
07.11.2013

Der Screenshot zeigt die Animation für die zukünftige Stromversorgung Deutschlands mit 100 Prozent erneuerbarer Energie.
© Fraunhofer IWES

Feldtest demonstriert sicheren Stromnetzbetrieb

Berechnungen des Projektes Kombikraftwerk 2 belegen, dass ein Energiesystem mit rein erneuerbaren Energiequellen die Stabilität des Stromnetzes gewährleisten kann. Forscher demonstrierten in einem Feldtest, dass mit einem regenerativen Kombikraftwerk Regelenergie bereitgestellt werden kann. Außerdem zeigten die Wissenschaftler in einer Simulation, wie eine mögliche künftige Energieversorgung aussieht.

Im Vorgängerprojekt Kombikraftwerk 1 zeigten Forscher, dass erneuerbare Energien den Strombedarf Deutschlands in einigen Jahrzehnten jederzeit vollständig decken können. Die Ergebnisse des Folgeprojekts Kombikraftwerk 2 belegen nun, dass auch die Netzstabilität in einer solchen Stromversorgung sichergestellt werden kann. So könnte bis 2050 der Einsatz konventioneller Energieträger überflüssig werden. Allerdings muss auch das System technisch und regulatorisch entsprechend weiterentwickelt werden.

Kombikraftwerk im Feldtest

Ende Oktober 2013 präsentierten die Projektpartner des vom Bundesumweltministerium geförderten Forschungsvorhabens Kombikraftwerk 2 in Berlin erste Ergebnisse ihrer dreijährigen Arbeit. Bei einem Feldtest wurden mehrere Windparks, Biogas- und Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von über 80 MW zu einem Kombikraftwerk zusammengeschlossen. Dieser Test demonstrierte, wie die Kombination der Anlagen schon heute Regelleistung bereitstellen und so einen wichtigen Beitrag zur Stabilität der Stromversorgung liefern kann.

„Unser Test hat nicht nur gezeigt, dass die erneuerbaren Energien die nötigen Anforderungen zur Regelleistungsbereitstellung erfüllen, sondern dass diese mit einer Anpassungszeit von wenigen Sekunden auch deutlich schneller reagieren als die konventionellen Kraftwerke“, freut sich Kaspar Knorr, Projektleiter des Projektes Kombikraftwerk 2. „Damit die Erneuerbaren ihre Systemverantwortung besser wahrnehmen können, sollten sie auch am Regelenergiemarkt teilnehmen können. Dafür müssten die Rahmenbedingungen entsprechend angepasst werden“, führt Knorr aus.

Simulation eines 100 prozentigen-Erneuerbaren-Energien-Systems

Auf Grundlage eines eigens entwickelten Zukunftsszenarios zeigten die Forschungspartner aus Wissenschaft und Industrie zudem, dass die Netzstabilität in einem angepassten Stromversorgungssystem mit 100 Prozent erneuerbaren Energiequellen gewährleistet werde. „Wenn in Zukunft erneuerbare Energien in Kombikraftwerken verknüpft und gesteuert werden, können sie zusammen mit Speichern jederzeit den Bedarf decken und für eine stabile Frequenz und Spannung im Netz sorgen“, stellt Dr. Kurt Rohrig, stellvertretender Institutsleiter am Fraunhofer IWES, als wichtigstes Ergebnis des Projektes Kombikraftwerk 2 heraus. Im aktuellen Kombikraftwerk 2 werden reale Erneuerbare-Energien-Anlagen zentral von einer Leitwarte aus gesteuert. Durch ständige Online-Leistungsmessungen und eine exakte Wetterprognose können die zu erwartenden Leistungen in den kommenden Minuten und Stunden sehr genau abgeschätzt und so noch entsprechende Reserven für die Bereitstellung von Regelenergie beim Fahrplan einkalkuliert werden.

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Weitere Informationen zum Projekt Kombikraftwerk 2

Kurzfilm zum Vorgängerprojekt Kombikraftwerk 1

Video-Simulation im Sommer

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