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News  – Nachrichten aus der Energieforschung

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Eine Teilfläche des Fliegerhorsts in Oldenburg wird als Reallabor entwickelt, in dem die Anwohner ihren Energiebedarf überwiegend aus lokal erzeugter Energie decken.
© Stadt Oldenburg
Klimaneutrales Quartier
07.03.2018

Vom Fliegerhorst zum Wohnquartier

Auf dem ehemaligen Fliegerhorst in Oldenburg entsteht ein neues Wohnquartier. Neben Neubauten sollen einige der alten Kasernengebäude erhalten bleiben und zu Wohnhäusern umgebaut werden. Geplant ist ein neues Infrastrukturkonzept, das die Sektoren Strom, Wärme/Kälte und Elektromobilität koppelt und in ein sektorenübergreifendes Versorgungsnetz integriert. Ergänzend entwickeln die Projektpartner eine digitale Service-Plattform für ein intelligentes Last- und Beschaffungsmanagement auf Ebene des Quartiers.

Die Neugestaltung des vormals militärisch genutzten Areals bietet der Stadt Oldenburg die einmalige Gelegenheit, ein Konzept für Wohnquartiere von morgen zu entwickeln. Auf dem gesamten Areal des ehemaligen Fliegerhorstes entstehen in den nächsten Jahren 950 Wohneinheiten sowie zusätzliche Gewerbeflächen. Für eine 3,9 ha große Teilfläche sind circa 110 Wohneinheiten geplant, die sich aus Bestands- und Neubauten zusammensetzen. Das auf dieser Teilfläche entstehende Quartier dient als „lebendes“ Labor für Smart-City-Technologien. Unter dem Motto „Der Mensch im Zentrum“ werden Bürgerinnen und Bürgern in den kommenden zwei Jahren in den Planungsprozess für das „Energetische Nachbarschaftsquartier“ eingebunden.

Gewünscht ist sowohl eine gute Durchmischung von Reihen- und Mehrfamilienhäusern als auch von Eigentums- und Mietwohnungen. Die Gebäude sollen ab etwa Ende 2020 bezogen werden. Anschließend erfolgt eine etwa zwei Jahre andauernde Evaluation der energetischen Quartierskonzepte. „Zu den Kernthemen des Projekts gehört die Frage, wie die lokale Energiegemeinschaft eines Nachbarschaftsquartiers sozial und wirtschaftlich konzipiert sein muss, um für Anwohner, Energieerzeuger und Dienstleister langfristig attraktiv und betriebswirtschaftlich tragbar zu sein.“ erklärt Prof. Dr. Sebastian Lehnhoff vom OFFIS Vorstand, der das Konzept wissenschaftlich begleitet.

Energietausch unter Nachbarn

Der Energiebedarf soll zum größten Teil aus lokal erzeugter Energie gedeckt werden. Dazu entwickeln die Planer ein öffentliches Versorgungsnetz, welches die Kopplung von Strom, Wärme/Kälte und Mobilität unterstützt. Das dabei entstehende, auch „Energetische Nachbarschaften“ genannte Quartierskonzept, bildet einen Verbund an Erzeugern und Verbrauchern, die sich in räumlicher Nähe zueinander befinden. Ihre überschüssige Energie wird in andere Energieformen umgewandelt und gespeichert oder direkt bereitgestellt. So lässt sich diese Energie von benachbarten Verbrauchern sofort nutzen. Das Konzept verfolgt den Gedanken, die Energieeffizienz zu steigern, indem „Abfallenergie“ vermieden und der lokale Verbrauch von „nachbarschaftlich“ erzeugter Energie gesteigert wird.

Die Förderinitiativer Solares Bauen/Energieeffiziente Stadt

Gefördert wird das Projekt im Rahmen der Förderinitiative Solares Bauen/Energieeffiziente Stadt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Im Modul 2 „Energieeffiziente Stadt" geht es um Quartiere, die mit innovativen Ideen Energieeffizienz und erneuerbare Energien kombinieren.

Eine ausführliche Darstellung dieses Forschungsverbunds finden Sie auf dem Portal der Forschungsinitiative ENERGIEWENDEBAUEN.

(mm)

Merkzettel

Adressen

Wissenschaftliche Leitung
OFFIS e.V.

Koordination
Stadt Oldenburg

Links

Energetisches Nachbarschaftsquartier Fliegerhorst Oldenburg
Projekt-Website

Innovatives Versorgungskonzept
Ausführliche Version dieser News auf der Website ENERGIEWENDEBAUEN

ENERGIEWENDEBAUEN
Projekte, Berichte, Nachrichten
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Forschungsförderung

Das Informationssystem EnArgus bietet Angaben zur Forschungsförderung, so auch zu diesem Projekt.