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Die Studie zu Nichtwohngebäuden will Lücken in der Gebäudestatistik schließen und startet eine Breitenerhebung mit 10.000 bundesweiten Eigentümer-Interviews.
© Fotalia/Monkey Business
Primärdatenerhebung Nichtwohnungsbau
23.05.2017

Interviews zu Nichtwohngebäuden starten

Für eine Studie zu Nichtwohngebäuden startet jetzt eine breit angelegte Datenerhebung. Zunächst werden etwa 500 Eigentümer öffentlicher oder privater Nichtwohngebäude in 30-minütigen Interviews befragt und geben Auskunft zu Baualter, Nutzflächen, Nutzungstyp, Wärmeschutzstandard und Energieeffizienz der Gebäudetechnik. Anschließend sollen bundesweit bis zu 10.000 Eigentümer telefonisch oder online befragt werden. Mit der Befragung wurde das IFAK Institut für Markt- und Sozialforschung beauftragt.

Während Wohngebäude im Zensus und in der Bautätigkeitsstatistik gut erfasst sind, fehlen zu allen Gebäuden, die nicht zum Wohnen genutzt werden, Daten zu Struktur und energetischem Zustand. Damit befasst sich die Studie als Teil des Projekts Forschungsdatenbank Nichtwohngebäude (EnOB:dataNWG), um die Lücken in der Gebäudestatistik zu schließen. In dem Forschungsprojekt werden klassische Methoden der Stichprobenerhebung mit den neuen Möglichkeiten der Geoinformatik auf Basis georeferenzierter Hausumringe kombiniert. Durch diesen neuen Ansatz soll der Sektor der Nichtwohngebäude mit vertretbarem Aufwand statistisch belastbar erfasst werden.

Auf Screening folgt Breitenerhebung

Mit einem Screening von 100.000 Gebäuden wird in einer ersten Phase im Projekt stichprobenartig mit Vor-Ort-Erhebungen die Relevanz der Gebäude bewertet. In der jetzt beginnenden zweiten Phase der Breitenerhebung sollen verfeinerte Strukturdaten sowie Informationen zum Wärmeschutz, zur Gebäudetechnik, zu den Eigentümerstrukturen und zum Bewirtschaftungsverhalten erfasst werden. In bis zu 10.000 erhebungsrelevanten Nichtwohngebäuden werden Personen befragt, die Auskunft zu ihren Gebäuden geben können. In einer dritten Phase, der Tiefenerhebung, sollen dann 1.000 energetische Grobanalysen in Kooperation mit interessierten Eigentümern durchgeführt werden.

Mit der jetzt gestarteten Befragung wurde das IFAK Institut für Markt- und Sozialforschung beauftragt. Insgesamt sollen bundesweit bis zu 10.000 Interviews per Telefon oder Online-Fragebogen geführt werden. „Wir hoffen sehr, dass sich genügend Gebäudeeigentümer an der Studie beteiligen“, appelliert Projektleiter Michael Hörner vom Darmstädter Institut Wohnen und Umwelt (IWU). „Schließlich kommen die Ergebnisse der Studie allen zugute, weil das Projekt öffentlich gefördert wird“, ergänzt Hörner.

Forschungsdatenbank Nichtwohngebäude

Im Forschungsprojekt EnOB:dataNWG arbeiten das Institut Wohnen und Umwelt (IWU) als Verbundkoordinator, das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) und das Fachgebiet Ökonomie des Planens und Bauens (BUW-ÖPB) an der Bergischen Universität Wuppertal gemeinsam an einer umfassenden Datenerhebung zum Gebäudesektor Nichtwohnungsbau in Deutschland. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Es gliedert sich in die drei Teilprojekte Stichprobenerhebung (IWU), Geodatenanalyse (IÖR) und Screening (BUW-ÖPB).

In den vergangenen Jahrzehnten wurde bereits mehrfach der Versuch unternommen, die Wissenslücken zum Umfang, zur Struktur und zum Energiebedarf von Nichtwohngebäuden zu schließen. Quantitative Angaben zum mengen- und flächenmäßigen Bestand wurden dabei jedoch überwiegend für Teilsektoren ermittelt, wobei sowohl sekundärstatistische Analysen als auch vereinzelte, nicht repräsentative Befragungen zum Einsatz kamen. Die methodische Qualität dieser Einzelerhebungen erlaubt jedoch keine erwartungstreue Hochrechnung auf die Gesamtheit aller Nichtwohngebäude in Deutschland.

Ziel ist nun eine Forschungsdatenbank Nichtwohngebäude, um mit den zu Struktur und energetischem Zustand der Gebäude erhobenen Daten weiterführende Fragestellungen für Politik, Wirtschaft und Wissenschaft untersuchen zu können. In der Forschungsdatenbank werden sämtliche Datenschutzbestimmungen berücksichtigt.

(jl)

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