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Wohnen im dichtbesiedelten Quartier: Die Luftaufnahme zeigt die ersten beiden Bauabschnitte (rechts) des Ludmilla Wohnparks in Plusenergie-Bauweise mit Einfamilienhäusern (Mitte) und Mehrfamilienhäusern (oben und unten).
© Ludmilla-Wohnpark GmbH
Förderinitiative Solares Bauen/Energieeffiziente Stadt
17.07.2017

Stadtquartiere proben die Energiewende

Die Förderbekanntmachung „Solares Bauen/Energieeffiziente Stadt“ der Bundesministerien für Wirtschaft und Energie (BMWi) und Bildung und Forschung (BMBF) steht plakativ für den Bereich des energieoptimierten Bauens, Sanierens und Betreibens von Gebäuden sowie Energieinfrastrukturen in Quartieren. 60 Konsortien aus Stadtverwaltungen, Forschungsinstituten und Unternehmen haben sich mit ihren Ideen um eine Förderung im Modul „Energieeffiziente Stadt“ beworben. Nun wurden die sechs vielversprechendsten Vorschläge ausgewählt und zur Abgabe eines Förderantrags aufgefordert.

Drei Viertel der Bevölkerung Deutschlands leben in Stadtquartieren. Insgesamt verbrauchen die privaten Haushalte über ein Viertel der deutschen Endenergie. Daher müssen energetisch hochwertige Gebäude und Stadtquartiere zusammen mit einer energieoptimierten Infrastruktur gebaut und modernisiert werden. Mit der Förderbekanntmachung „Solares Bauen/energieeffiziente Stadt“ setzten das BMWi und das BMBF den Startschuss.
Innerhalb der Forschungsvorhaben entwickeln die Akteure praxisrelevante und zukunftsweisende Gesamtkonzepte unter Einbindung der Kommunen und der lokalen Bevölkerung. „Sechs Leuchtturmprojekte sollen zeigen, wie in Stadtquartieren der Energieverbrauch gesenkt, die intelligente Vernetzung von Strom, Wärme und Mobilität gelingen und erneuerbare Energien sinnvoll in die Energieversorgung integriert werden können“, erläutert Rainer Baake, Staatssekretär im BMWi.

Entscheidend für die Energiewende ist, wie künftig Gebäude und Stadtquartiere gebaut und beheizt werden und sich die Mobilität der Bevölkerung entwickelt. „Daher stellen wir gemeinsam mit dem BMWi in den nächsten fünf Jahren bis zu 100 Millionen Euro für Forschung, Entwicklung und Innovation im Bereich nachhaltige Stadtentwicklung zur Verfügung“, sagte Georg Schütte, Staatsekretär im BMBF.

Sechs Leuchtturmprojekte starten in die Antragsphase


Werksgelände der Pfaff AG
Auf dem ehemaligen Werksgelände der Pfaff AG in Kaiserslautern zeigen neun Partner wie mit einem hohen Anteil lokal erzeugter erneuerbarer Energie sowie zu sanierenden denkmalgeschützten und neuen Gebäuden die Energiewende im Quartier umgesetzt werden kann.

„Quarree 100“
In Heide erarbeiten zwanzig Partner in einem Konsortium Lösungen, um die Abregelung von erneuerbarer Energien zu vermeiden und diese lokal sinnvoll zu nutzen.

„ENaQ – energetisches Nachbarschaftsquartier“
Das Vorhaben in Oldenburg will neben Strom, Wärme und Elektromobilität insbesondere die Akteure und Nutzer miteinander vernetzen.

Null-Emissions-Quartier „ZED“
Ein Konsortium aus 13 Partnern realisiert in Zwickau ein Null-Emissions-Quartier. Demonstriert wird, wie Wohnungen auf Basis von elektrisch-thermischen Verbundsystemen zukunftssicher und bezahlbar werden können.

Stadtquartier „ES-West-P2G2P“
Das klimaneutrale Stadtquartier in Esslingen wird durch einen Verbund innovativer Technologien eine sektorübergreifende Nutzung regenerativer Stromüberschüsse ermöglichen. Elektrobusse verknüpfen das Quartier mit dem Mobilitätskonzept der Stadt.

„Stadtquartier 2050 – Herausforderungen gemeinsam lösen“
In zwei süddeutschen Quartieren soll das Vorhaben zeigen, wie innovative Gebäudelösungen zur Sozialverträglichkeit in angespannten Wohnungsmärkten beitragen können. Geplant ist eine interaktive Quartiersapp, um die Nutzer am Energiemanagement zu beteiligen.

Die Forschungsthemen der Förderinitiative basieren auf den „Expertenempfehlungen des Forschungsnetzwerks Energie in Gebäuden und Quartieren“.

(mm)

Merkzettel

Ansprechpartner

Modul I Solares Bauen
Projektträger Jülich
Fachbereich Energiesystem: Nutzung (ESN 1)
Kerstin Lorenz
Tel. 02461 61-9293,
ptj-BauEnergieStadt(at)fz-juelich.de

Modul II Energieeffiziente Stadt
Projektträger Jülich
Fachbereich EGF und Fachbereich ESN3
Swen Mistol
Tel. 02461 61-1576
ptj-BauEnergieStadt(at)fz-juelich.de

Links

Solares Bauen/Energieeffiziente Stadt
Weitere Informationen zu der Förderinitiative „Solares Bauen/Energieeffiziente Stadt“ gibt es auf der Website des Projektträgers Jülich.

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