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News  – Nachrichten aus der Energieforschung

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Dr. Annette Nietfeld, Geschäftsführerin des Forums für Zukunftsenergien, begrüßt die Referenten Torsten Herdan (BMWi) und Dr. Karl Eugen Huthmacher sowie den Moderator Dr. Frank-Michael Baumann (Vorsitzender AK Zukunftsenergien)
© Jutta Perl-Mai, BINE Informationsdienst
7. Energieforschungsprogramm
27.02.2018

Energieforschungsprogramm kurz vor Abschluss

Am 21. Februar 2018 trafen sich rund 130 Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Forschung, Verbänden und Industrie zur ersten Arbeitskreissitzung „Zukunftsenergien“ des Forums für Zukunftsenergien in Berlin. Anlass war die Vorstellung der Ergebnisse des Konsultationsprozesses und daraus resultierenden Schlussfolgerungen für die Schwerpunkte des neuen Energieforschungsprogramms. Bundesregierung, Verbände und Wirtschaftsorganisationen diskutierten die Ergebnisse.

Zu Beginn stellten Torsten Herdan, Abteilungsleiter Energiepolitik – Wärme und Effizienz im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und Dr. Karl Eugen Huthmacher, Abteilungsleiter Zukunftsvorsorge – Forschung für Grundlagen und Nachhaltigkeit im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), aus Sicht der Bundesregierung den breit angelegten Konsultationsprozess für das 7. Energieforschungsprogramm vor.

Torsten Herdan erläuterte Konzept und Organisation des Prozesses. Er startete vor mehr als einem Jahr und wurde in dieser Form erstmals durchgeführt. Ziel war, im Vorfeld des neuen Forschungsprogramms zentrale Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft in die Erstellung einzubeziehen. Neben den Bundesländern und Fachverbänden sind auch die Experten der Forschungsnetzwerke Energie beteiligt.

Die Konsultationen sind jetzt abgeschlossen und ausgewertet. Die Ergebnisse werden ab März 2018 online auf dem Portal „Energieforschung.de“ des BMWi veröffentlicht und sie fließen in das neue Energieforschungsprogramm ein, das in 2018 erscheinen soll.

Torsten Herdan stellt fest, dass die Energieforschung unter einem „Nicht-Aufmerksamkeitslevel“ leidet, dem dringend Abhilfe geschaffen werden muss. Seiner Meinung nach hat sich Deutschland ein großes Knowhow für Energietechnologien erarbeitet, das erhalten werden muss. Den Koalitionsvertrag betrachtet er als Glücksfall für die Energieforschung, weil dort die im Konsultationsprozess geforderten Reallabore, der Abbau der bürokratischen Hürden für Start-ups, eine Langfristperspektive für die Forschungsförderung sowie eine internationale Perspektive als Themen benannt sind. Mit der Schlüsseltechnologie Digitalisierung sind neue Geschäftsmodelle gefragt.

Dr. Karl Eugen Huthmacher sieht einen wichtigen Ansatz in einer engeren Zusammenarbeit der Ressorts. Diese muss seiner Meinung nach eine neue Qualität erreichen und über die bisher praktizierte Ressortabstimmung hinausgehen. Er fordert eine unabhängige Wissenschaftsplattform als Bestandteil des Klimaschutzplanes und ein Zusammendenken der verschiedenen Forschungsthemen. Auch der Industriesektor steht vor neuen Herausforderungen und muss neue Prozesse und Technologien implementieren. Nur dann kann der Wandel zur stärkeren Klimaneutralität gelingen, ohne dabei die ökonomische Seite zu vernachlässigen.

Wirtschaft, Verbände und Wissenschaft

Dr. Carsten Rolle, Abteilungsleiter Energie- und Klimapolitik des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und Stefan Kapferer, Vorsitzender der Geschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ergänzten aus Sicht der Wirtschaft und Verbände. Dr. Rolle stellte positiv heraus, dass viele Anregungen aus dem Positionspapier des BDI im Konsultationsprozess berücksichtigt wurden.

Herr Kapferer forderte für das neue Energieforschungsprogramm, dass auch die Forschung zum Konsumentenverhalten einen wichtigen Stellenwert bekommt, da Wärmewende und Mobilität im Gegensatz zur Stromwende auch Verhaltensänderungen bedarf. Diese erfordern die Akzeptanz der Verbraucher.

Professor Dr. Ulrich Wagner, Lehrstuhl für Energiewirtschaft und Anwendungstechnik an der TU München, präsentierte Ergebnisse des Leitprojekts Handlungsempfehlungen für die Energieforschungspolitik - Technik und Gesellschaft (EnFo 2030). Dieses hat den Konsultationsprozess wissenschaftlich begleitet. Er sieht in den Projekten SINTEG und KOPERNIKUS wichtige Ansätze für langfristige Forschungsförderung und Interdisziplinarität.

Diese Ergebnisse finden sich auch in den 12 Thesen, die im Rahmen von EnFo 2030 entwickelt wurden. Die Thesen reichen von Themen der Energieanwendung und -bereitstellung bis hin zu sektorübergreifenden Querschnittsthemen, in denen u.a. die Themen Sektorkopplung, Digitalisierung und Energiesystemanalyse aufgegriffen werden.

(jp)

Merkzettel

Links

Positionspapiere und Expertenempfehlungen
Konsultationsprozess zum 7. Energieforschungsprogramm

Strukturelle Anforderungen der deutschen Industrie
Zusammengestellt vom BDI anlässlich des Konsultationsprozesses zum 7. Energieforschungsprogramm