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Zerkleinerung von holzigem Grüngut.
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Energetische Biomassenutzung
25.01.2017

BMWi unterstützt Biomasse-Forscher

Bisher werden in Deutschland Garten- und Parkabfälle nur zum Teil getrennt erfasst und verwertet, obwohl die abfallrechtlichen Vorgaben dies verlangen. Um hochwertige Komposte zu erzeugen und auch relativ leicht zu erschließendes Brennstoffpotenzial zu nutzen, wollen Wissenschaftler des Witzenhausen-Instituts die Aufbereitung und Verwertung des Grünguts verbessern. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert ihr Forschungsvorhaben „Grün-OPTI“ sowie weitere 13 Projekte im Rahmen des Programms „Energetische Biomassenutzung“.

Derzeit wird mehr als die Hälfte der Garten- und Parkabfälle (Grüngut) ohne adäquate Nutzung entsorgt. Dadurch wird das Potenzial für eine hochwertige stoffliche oder energetische Nutzung nicht ausgeschöpft. Wenn diese getrennt erfasst und durch effiziente Techniken zu hochwertigem Kompost und Brennstoff aufbereitet werden, könnten bei den derzeitigen Erfassungsleistungen von 4,7 Mio. Tonnen pro Jahr etwa 3,3 Mio. Tonnen CO2 eingespart werden. Das Witzenhausen-Institut untersucht im vom BMWi geförderten Projekt „Grün-Opti“ die Wertschöpfungskette Grüngut und prüft, wie sich ein höherer Anteil getrennt erfassen und optimal bearbeiten lässt.

Grüngut zu Kompost und Brennstoff aufbereiten

Zum Anfang diskutieren Experten aus Wissenschaft, kommunalen Betrieben, Privatwirtschaft, Politik und Verbänden die geplante Projektbearbeitung sowie erste Ergebnisse; die Anregungen fließen in das Vorhaben ein. Im nächsten Schritt erfolgt eine Potenzialabschätzung: Die Forscher quantifizieren die nutzbare Menge an Grüngut und die daraus erzeugbaren Mengen an Komposten und Brennstoffen sowie die damit verbundenen Energie- und CO2-Einsparungspotenziale. Anschließend dokumentieren sie die gegenwärtigen Erfassungssysteme für Grüngut der 387 öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger in Deutschland und arbeiten Erfolgskriterien für hohe Erfassungsleistungen heraus. In Zusammenarbeit mit Praxisbetrieben werden relevante Faktoren der Grüngutaufbereitung im Hinblick auf die Erzeugung von qualitativ hochwertigen Komposten und Brennstoffen variiert und optimiert. Abschließendes Ziel ist es, aus den Ergebnissen der vorangegangenen Arbeitspakete heraus, modellhaft optimierte Grüngut-Wertschöpfungsketten zu entwickeln.

Das Vorhaben ist eines von 14 neu gestarteten Projekten, in denen 36 Partner aus Wissenschaft, Industrie und Kommunen daran arbeiten, bis 2019 neue Konzepte, Verfahren und effiziente Technologien für eine nachhaltige und bezahlbare Bioenergie zu entwickeln.

Das BMWi fördert die energetische Biomassenutzung

Mit dem energiepolitischen Ziel, die vielfältigen Potenziale der Biomasse für den Ausbau der erneuerbaren Energien zu nutzen, setzt das BMWi das seit 2008 laufende Programm „Energetische Biomassenutzung“ fort. Das Ministerium fördert Projekte für energie- und kosteneffiziente Bioenergiekonzepte, die auch zum Ausgleich fluktuierender erneuerbarer Energien beitragen können. In den Vorhaben konzentrieren sich die Forscher insbesondere darauf, bisher ungenutzte Rest- und Abfallstoffe zu verwerten und Bioenergie flexibel in das Gesamtsystem erneuerbarer Energien einzubinden. Ihr Ziel ist es, zur gekoppelten energetischen und stofflichen Nutzung effiziente Technologien und Prozesse sowie standortangepasster Wertschöpfungskonzepte zu entwickeln.

Das Programm gliedert sich in folgende Schwerpunkte:

  • Erzeugung von Wärme
  • Erzeugung von Strom und dessen Integration ins Stromsystem
  • Erschließung von Rest- und Abfallstoffen außerhalb der Forst- und Landwirtschaft für die energetische Nutzung
  • Nutzung von Biomasse in Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen
  • Validierung des Marktpotenzials von Forschungsergebnissen
  • Studien und Konzepte für die Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien

Ein besonderes Augenmerk wird auch auf Anwendungen gelegt, die in Kommunen effiziente Verwertungsoptionen im Abfallmanagement, hier vor allem auch im Biogasbereich eröffnen. Zudem setzt das Förderprogramm auch einen klaren Schwerpunkt auf die Optimierung thermischer Prozesse, z. B. durch effizientere Regelungstechnik, Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und Brennstoffzellen. Neben der technischen Seite werden auch die Entwicklungsperspektiven der Bioenergie im Wärmemarkt der Zukunft analysiert.

Im Auftrag des Ministeriums berät der Projektträger Jülich (PtJ) interessierte Forscher und Unternehmer über Möglichkeiten einer Förderung und begleitet den gesamten Prozess von der Skizzenphase bis zum Projektende.

(gh)

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Adressen

Informationen zum Förderprogramm
Projektträger Jülich

Programmbegleitung des Förderprogramms
DBFZ

Forschungsvorhaben "Grün-OPTI"
Witzenhausen-Institut

Links

Energetische Biomassenutzung
Portal des Förderprogramms

Informationen zu den Projekten
des Förderprogramms Energetische Biomassenutzung

Weitere Informationen zum Förderprogramm
über die Webseite des Projektträgers Jülich

Forschungsförderung

Das Informationssystem EnArgus bietet Angaben zur Forschungsförderung, so auch zu diesem Projekt.