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Günstiger PV-Strom für die Insel

Der Aufbau einer sicheren Energieversorgung bedeutet einen wichtigen Impuls für die wirtschaftliche Entwicklung abgelegener Regionen in Europa und weltweit. Einzelne Gebäude und ganze Dörfer, ebenso auch Mess- und Sendeanlagen können durch PV-Hybrid-Inselnetze kostengünstig und verlässlich mit erneuerbaren Energien versorgt werden. Der erwartete Bedarf für solche Anlagen, die günstiger als Dieselgeneratoren arbeiten, ist beträchtlich.

Die Entwickler gehen von einem großen Marktpotenzial für Hybridsysteme aus; sie erwarten allein für Brasilien ein Volumen von zwei Gigawatt, dafür müssten nur 10 % der dieselbetriebenen Inselnetze durch erneuerbare Energien ersetzt werden.

Für 2030 schätzt die European Photovoltaic Industry Association EPIA, dass der Anteil autonomer PV-Systeme auf 30 Prozent weltweit anwachsen wird – mit stetig steigender Tendenz. PV-Hausversorgungsanlagen sind schon heute in netzfernen Regionen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas weit verbreitet. Mini-Grid-Systeme in Dörfern können auch größere Einzelverbraucher versorgen. Das ermöglicht Handwerksbetrieben den Einsatz von größeren Maschinen und trägt so dazu bei, die örtliche Wirtschaft zu fördern.

Damit ein Inselsystem über das ganze Jahr hinweg verlässlich die Stromversorgung sichern kann, sollte es insbesondere in Mitteleuropa unterschiedliche regenerative Energiequellen wie Wind, Sonne und Biomasse zu einem Hybridsystem kombinieren. Die neue Soft- und Hardware ermöglicht es, flexible, plug-and-play-fähige Dorfstromnetze aufzubauen. Für die Ausbreitung der Hybrid-Inselsysteme sehen die Forscher es als sehr wichtig an, eine firmenübergreifende Plattform zu etablieren, die unterschiedliche Technologien, Erzeuger und Verbraucher sicher verbinden kann. Durch einen solchen einheitlichen Standard ist es dann auch deutlich einfacher, bestehende Anlagen zu modifizieren und zu erweitern.

Das neu entwickelte Energiemanagementsystem ermöglicht eine Optimierung des Inselsystems: Das sichert einerseits das effiziente Zusammenspiel aller Komponenten von Generator über Speicherung und Verbraucher; andererseits hält es die Lebenszykluskosten (Life Cycle Cost) des Gesamtsystems möglichst niedrig. Die neue offene Plattform bietet eine gute Basis für eine deutliche Verbreitung von PV-Hybrid-Systemen. Doch ob das erwartete hohe Marktpotenzial auch verwirklicht werden kann, zeigt sich erst, wenn die neuen regenerativen Systeme günstiger als die bisher eingesetzten Diesel-Generator-Systeme betrieben werden können.

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