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Der regenerative Energiepark der Ostfalia vereinigt regenerative Erzeuger- und Speichersysteme.
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Wolfenbüttel erforscht dezentrale Speicher für Gebäude
11.11.2011

Der Stack bildet das Herzstück der 5 kW Redox-Flow-Batterie. Er bestimmt über seine Kontaktfläche die zur Verfügung gestellte elektrische Leistung.
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Redox-Flow-Batterie für regenerativen Energiepark

Die Fakultät Versorgungstechnik der Ostfalia Hochschule hat auf dem Campus Wolfenbüttel einen regenerativen Energiepark aufgebaut. Jetzt erhielt dieser eine 5.000 kg schwere Redox-Flow-Batterie. Das erst zweite System dieser Art in Deutschland steht nun als weitere Speichertechnologie auf dem "Smart-Grid-Testgelände" zur Verfügung.

Redox-Flow-Batterien können große Mengen elektrischer Energie in einem flüssigen Elektrolyten, der mit Vanadium-Ionen in verschiedenen Ladungszuständen angereichert wird, speichern. Ein Schwerlastkran platzierte den schweren Redox-Flow-Batterie-Container, der von der kanadischen Firma Prudent Energy in China gefertigt wurde, auf einer vorbereiteten Plattform auf dem Campus. Dort befindet sich neben einem Windrad bereits ein Elektrolyseur zur Erzeugung von Wasserstoff mit dem zugehörigen Gasspeicher. Dieser kann die während eines Tages durch Wind oder photovoltaisch erzeugte Strommenge in Form von Wasserstoff chemisch speichern. Bei Nacht oder Windflaute wird der Wasserstoff über eine Brennstoffzelle wieder zurück verstromt, um das Netz stabil zu versorgen. Zukünftig soll diese oft als "Smart Grid" bezeichnete dezentrale Netzstruktur stärkere Lastschwankungen aktiv ausgleichen. Durch die Zunahme regenerativer Energiequellen am elektrischen Versorgungsnetz werden vermehrt Fluktuationen im Leistungsangebot auftreten.

Der Energiepark gehört zum Forschungsvorhaben "DESG: Dezentrale Speicher für Gebäude", das seit August 2011 läuft. Kooperationspartner sind die Firmen WAGO (Minden), SMA (Kassel), Heliocentris (Berlin), das Fraunhofer Institut ICT (Pfinztal) und die De Montfort Universität in Leicester (Großbritannien). Ziel des Forschungsvorhabens ist es, neue praktische Erkenntnisse im Zusammenspiel und Management der verschiedenen Speichertechniken in einem Smart Grid zu erlangen. Es ist davon auszugehen, dass diese in einigen Jahren zum Standard in elektrischen Versorgungsnetzen gehören werden.

(ph)

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