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News  – Nachrichten aus der Energieforschung

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Prof. Ines Hauer (Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg) sammelt und gruppiert Forschungsthemen, die in der Arbeitsgruppe „Flexibilisierung des Energiesystems“ angeregt werden.
© Jutta Perl-Mai, BINE Informationsdienst
Ideen schmieden für das 7. Energieforschungsprogramm
27.06.2017

Forschungsnetzwerk Stromnetze nimmt Fahrt auf

Auf Einladung des Projektträgers Jülich trafen sich am 22. und 23. Juni rund 80 Wissenschaftler des Forschungsnetzwerks Stromnetze im Forschungszentrum Jülich. Anfang des Jahres hatten sie die für die Energiewende wichtigen Forschungsaufgaben identifiziert und zu Themenfeldern gruppiert. Jetzt beginnen sie die inhaltliche Arbeit in fünf Arbeitsgruppen. Das Netzwerk soll Politik, Forschung und Industrie auf Dauer vernetzen. Zu den ersten Aufgaben zählt die Mitwirkung zum 7. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung, das im Sommer 2018 vorliegen soll.

Der Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland verlagert die geografischen Schwerpunkte der Stromproduktion zunehmend weg von den Verbrauchszentren. Gleichzeitig wächst die Zahl kleiner dezentraler Stromerzeuger mit zum Teil fluktuierender Einspeisung auf unterschiedlichen Netzebenen. In den offenen Strommärkten Europas wird elektrische Energie über große Entfernungen transportiert. Der elektrisch angetriebene Straßenverkehr hat die Startlöcher bereits verlassen und wird die Verbrauchsstrukturen künftig massiv verändern. Diesen neuen Herausforderungen müssen die Stromnetze auf allen Spannungsebenen gerecht werden, damit die Energiewende gelingt.

Deshalb wird das Forschungsfeld Stromnetze auch im 7. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung einen wichtigen Schwerpunkt bilden. Zur Vorbereitung eruieren die Wissenschaftler aus Forschung und Industrie den Forschungsbedarf rund um den Ausbau und Betrieb eines zuverlässigen Stromnetzes. In fünf Arbeitsgruppen liefern sie Vorschläge zur strategischen Ausrichtung der Forschungsförderung, zu thematischen Schwerpunkten von Förderaufrufen, Förderbekanntmachungen oder Wettbewerben. Als Teil der Forschungsnetzwerke Energie bilden sie eine Schnittstelle zwischen Politik, Forschung und Praxis. Die verschiedenen Forschungsnetzwerke sind strategische Instrumente des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, das das neue Energieforschungsprogramm federführend ausarbeitet.

Achtzig  Wissenschaftler – fünf Arbeitsgruppen

Das Forschungsnetzwerk Stromnetze gliedert sich in fünf Arbeitsgruppen, die in flacher Hierarchie selbstständig und selbstorganisiert arbeiten. Die Forschergemeinschaft ermuntert ausdrücklich jeden Experten aus Forschungseinrichtungen und Unternehmen zu einer aktiven Beteiligung. Voraussetzung ist die kostenfreie Registrierung.

Folgende Arbeitsgruppen stehen zur Auswahl:

  • Anlagen und Stromrichtertechnik
  • Hochspannungs-Gleichstromübertragung und AC/DC-Integration
  • Stabilität des Gesamtsystems
  • Digitalisierung sowie Informations- und Kommunikationstechnologien
  • Flexibilisierung des Energiesystems

Forschungsnetzwerke Energie

Das Forschungsnetzwerk Stromnetze ist Teil der Forschungsnetzwerke Energie. Diese umfassen derzeit sieben verschiedene Forschungsfelder, die in den Konsultationsprozess für das neue Energieforschungsprogramm eingebunden sind:

  • Gebäude und Quartiere
  • Systemanalyse
  • Stromnetze
  • Erneuerbare Energien
  • Industrie und Gewerbe
  • Flexible Energieumwandlung
  • Energetische Biomassenutzung

Jedes Netzwerk bietet ein offenes Expertenforum für den Informationsaustausch zwischen Forschung, Politik und Praxis. Die Website www.energieforschung.de informiert über den Konsultationsprozess sowie über Entwicklung und Fortschritte auf dem Weg zu dem neuen Programm.

Förderinitiative „Zukunftsfähige Stromnetze"

Auch in dem derzeit gültigen 6. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung sind Stromnetze ein wichtiger Förderschwerpunkt. Die Förderinitiative „Zukunftsfähige Stromnetze" der Bundesministerien für Wirtschaft und Energie (BMWi) sowie für Bildung und Forschung (BMBF) fördert insgesamt 81 Vorhaben mit einem Gesamtfördervolumen von etwa 141 Millionen Euro. Schwerpunkte der Projekte sind, die Lösungen zur Anwendung in intelligenten Verteilnetzen, Übertragungsnetzen, Netzplanung und der Netzbetriebsführung. Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten dokumentiert forschung-stromnetze.info.

(me)

Merkzettel

Adressen

Koordination des Netzwerkes Stromnetze
Projektträger Jülich

Links

Zukunftsfähige Stromnetze
Portal der Forschungsinitiative mit aktuellen Meldungen aus Forschung und Entwicklung