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Gut Ding will Weile haben

Anfangs konzentrierten sich Entwickler und Hersteller auf Niedertemperatur-PEM-Technologien, inzwischen wird verstärkt auch an Hochtemperatur-PEM- und SOFC-Systemen gearbeitet, mit besonderem Augenmerk auf Verbesserungen von Materialeigenschaften, Start-Stopp-Zyklen und Lebensdauer. Für die Entwickler besteht noch Handlungsbedarf, die Standfestigkeit der Komponenten weiter zu verbessern, Fertigungstechniken und Qualitätssicherung zu optimieren sowie verlässliche Zulieferstrukturen insbesondere auch bei Peripheriekomponenten aufzubauen. Noch immer sind die BZH-Gerätekosten höher als erwartet, hier kann eine Verbesserung erreicht werden, wenn sich mehrere Hersteller auf einen gemeinsamen Grund-Stack einigen und damit eine kostengünstigere Produktion in größeren Serien ermöglichen.

Während in der EU die ersten größeren Feldtests mit ein paar hundert Geräten laufen, ist in Japan die Verbreitung von Brennstoffzellen-Heizgeräten mit staatlicher Förderung bereits weiter vorangekommen: bis 2011 waren bereits über 18.000 Geräte installiert. Mehrere große japanische Hersteller vertreiben die separat entwickelten, aber nach gemeinsamen Spezifikationen produzierten Geräte unter einer gemeinsamen Dachmarke. Die halbstaatliche japanische New Energy and Industrial Technology Development Organization strebt bis 2030 eine Verbesserung der Standfestigkeit von jetzt ca. 40.000 h auf 90.000 h an, der Gerätepreis soll in diesem Zeitraum von umgerechnet knapp 20.000 Euro auf etwa 3.000 Euro sinken. Ziel ist, bis 2015 300.000 Geräte zu installieren. Die Hersteller gehen davon aus, dass etwa ein Viertel der Energiekosten eingespart werden kann.

Europa ist bei der Einführung der Brennstoffzellen-Technologie aufgrund technischer Probleme und mangelnder Standfestigkeit der Anlagen noch nicht ganz so weit. Die optimistischen Erwartungen hatten sich nicht erfüllt, und bereits vor einigen Jahren geplante Technologieeinführungsprogramme konnten nicht umgesetzt werden. Doch dank der erreichten Entwicklungsfortschritte ist die Technik nun ausgereift, und Fördermittel sollen helfen, ihr den Weg in die Heizungskeller zu erleichtern. Sachsen plant ein „1.000-Keller-Programm“; in weiteren fünf Bundesländern wird derzeit die Förderung von Mikro-KWK-Anlagen auf Brennstoffzellenbasis diskutiert. An das Leuchtturmprojekt Callux schließt sich die erweiterte Demo „BZHregio“ (mit 1.350 Geräten) an, die in ein Technologieeinführungsprogramm überleiten soll. Für 2020 sieht der Nationale Entwicklungsplan über 70.000 neue BZ-Geräte pro Jahr vor.

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Adressen

Geräteentwicklung
BAXI INNOTECH GmbH

Projekt-Koordination Callux
ZSW Baden-Württemberg

Service

BINE-Projektinfo 05/2012
(PDF, 4 Seiten, 1,1 MB)

Links

Praxistest
Weblink zu Website des Projektes Callux, Praxistest Brennstoffzelle fürs Eigenheim

Ceramic Fuel Cells
Website des Entwicklers und Herstellers Ceramic Fuel Cells

Hexis AG
Website des Entwicklers und Herstellers Hexis AG

Now GmbH
Website der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie

Initiative Brennstoffzelle
Website der Initiative Brennstoffzelle

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