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Die Software EnerCalC ermöglicht im Vergleich zur DIN V 18599 eine deutlich vereinfachte Primärenergiebilanz von Gebäuden und eine schnelle Bewertung von Gebäudekonzepten unter dem Gesichtspunkt Netto-Nullenergie-Gebäude. Die aktuelle Version 6 bringt Erweiterungen für die Bilanzierung und neue Rechenregeln zur Berücksichtigung der Eigenstromnutzung.
© Fotolia, alphaspirit
Energiebilanzierung von Gebäuden
01.03.2018

Das Excel-basierte Werkzeug EnerCalC eignet sich gut zur energetischen Charakterisierung eines Gebäudes in der frühen Planungsphase. Denn die Resultate von Planungsentscheidungen oder –varianten sind schnell kalkulierbar.
© Markus Lichtmeß. Herausgeber: Bergische Universität Wuppertal, b+tga

Upgrade für Software zur schnellen Gebäudebilanzierung

EnerCalC bietet die Möglichkeit, mit relativ geringem Aufwand den Energiebedarf für ein Gebäude differenziert zu bilanzieren. Das Werkzeug orientiert sich an der DIN V18599, bleibt aber durch gezielte Vereinfachungen schnell und übersichtlich. Die nun erhältliche Version 6 der Excel-basierten Software bietet verschiedene neue Funktionen und Berechnungsmodalitäten, mit denen Gebäude genauer bilanziert werden können. Beispielsweise kann jetzt die Eigenstromnutzung aus Windenergieanlagen, Kraft-Wärme-Kopplung und Photovoltaik-Anlagen auch in Verbindung mit Batteriespeichern in die Bilanz einbezogen werden.

Die energetische Bilanzierung von Gebäuden nach DIN V 18599 wird wegen ihrer Komplexität und der daraus folgenden zeitaufwändigen Handhabung kritisiert. Deshalb wurde in einem Forschungsprojekt das Excel-basierte Werkzeug EnerCalC entwickelt. Es eignet sich gut zur energetischen Charakterisierung eines Gebäudes in der frühen Planungsphase, weil die Resultate von Planungsentscheidungen oder –varianten schnell kalkulierbar sind. Die Software wird von ihrem Autor Dr. Markus Lichtmeß kontinuierlich gepflegt und weiterentwickelt.

Jetzt wurde die Version 6 veröffentlicht, die eine weitere, grundlegende Überarbeitung beinhaltet. Dies betrifft die Bilanzierungsmethodik, verschiedene Berechnungsmodalitäten, erweiterte Wetterdaten und die Ergebnisdarstellung. Dabei geht es im Kern um die energetische Bewertung von sogenannten Niedrigstenergiegebäuden (nearly zero-energy buildings). Dieser Standard wird durch die EU-Gebäuderichtlinie ab 2021 für alle neuen Gebäude verpflichtend sein. Auch die Eigenstromnutzung aus Windenergieanlagen, Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und Photovoltaik-Anlagen geht jetzt in differenzierterer Weise in die Berechnungen ein. Außerdem wurde die grafische Ergebnisdarstellung um ein anschauliches dynamisches Energieflussdiagramm erweitert und einige Hilfethemen in Form von Tool-Tipps ergänzt.

Was ist neu in Version 6?

Die Bilanzierung von erzeugtem Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung oder regenerativer Stromerzeugung und die Berechnung des selbst genutzten Anteils ist ein komplexes Thema. Deshalb wurden in Version 6 von EnerCalC neue Rechenregeln implementiert, mit denen der selbst genutzte Strom aus Photovoltaik-, Windenergie- oder KWK-Anlagen ermittelt und anteilig dem Eigenbedarf oder der Einspeisung zugeteilt werden kann. Auch Batteriespeicher, die mehr Eigenstromnutzung ermöglichen, können in der Bilanz berücksichtigt werden. Optional können auch weitere Verbräuche einbezogen werden, welche normgemäß nicht erfasst werden. EnerCalC berechnet jetzt die Deckungsanteile am Wärmebedarf für unterschiedliche Wärmeerzeuger und monatlich differenziert – das ist mit Blick auf die Eigenstromnutzung besonders für die Kraft-Wärme-Kopplung relevant.

Mit einem neuen Bilanzmodell werden Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung nach dem System des Gebäudeenergieausweises energetisch bewertet –  jedoch unter Berücksichtigung des selbst genutzten Stroms. Auch Windenergie- und Photovoltaik-Anlagen können energetisch berücksichtigt werden: Deren Stromerzeugung bzw. der selbst genutzte Anteil wird dann gemäß der DIN V 18599-9:2016-10 in die Bilanz einbezogen.

Eine ausführliche Version dieser News findet sich auf der Webseite der Forschungsinitiative ENERGIEWENDEBAUEN. Ebenso detaillierte Informationen zu EnerCalC, mehrere Tutorials, eine FAQ-Liste sowie eine Bestellmöglichkeit.

(jl)

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Links

EnerCalC - Vereinfachte Energiebilanzen nach DIN V 18599
Präsentation auf der Website ENERGIEWENDEBAUEN

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Forschungsförderung

Das Projekt wurde im Rahmen der Forschungsinitiative Energieoptimiertes Bauen gefördert.

Das Informationssystem EnArgus bietet Angaben zur Forschungsförderung, so auch zu diesem Projekt.