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Fazit und Perspektiven

Erste systematische Tests von Brennstoffzellen-Hausenergiezentralen sind in Deutschland, europaweit und auch in Japan und den USA bereits angelaufen. Weitere so genannte Feldtests werden im Rahmen des deutschen ZIP-Programms in Kürze folgen. Als kritische Punkte haben sich jetzt schon die noch hohen Kosten, der doch beachtliche Wartungsaufwand und die Haltbarkeit der Aggregate herauskristallisiert, auch der elektrische Systemwirkungsgrad sollte Werte deutlich über 30% erreichen. Und die Gasaufbereitung muss weiter entwickelt werden zur kompakten, serientauglichen Einheit. Bei all dem geht es zugleich um Systemintegration und Reduktion von Komplexität. Auch die Brennstoffzellen-Stacks sind noch zu teuer und deren Haltbarkeit noch nicht abgesichert. Bei den peripheren Bauteilen wird teilweise noch Laborausstattung „verbaut“. Sie müssen zu serientauglichen Komponenten und Modulen entwickelt werden. Hier sind auch engagierte Zulieferer notwendig. So wird mit einer Markteinführung frühestens ab 2008 gerechnet – Zuversicht ist angebracht, Euphorie wäre verfrüht.

Geeignete technische Regelwerke sind ein nicht zu unterschätzender Erfolgsfaktor für Serienprodukte auf Basis junger Technologien. In Deutschland existiert jetzt mit der Vorprüfnorm DVGW-VP 119 bereits eine gute Grundlage für die Brennstoffzellen- Feldtestgeräte. Weitere Normungsarbeiten auf europäischer Ebene (CEN) wurden unter deutscher Beteiligung (DVGW) gestartet.

Brennstoffzellen sind nicht die einzige Technologieoption für mehr Energieeffizienz und Emissionsminderung. Für das Anwendungsfeld Gebäude gibt es Konkurrenz: Lüftungs-Kompaktgeräte mit integrierter Wärmepumpe können in Passivhäusern den kompletten Wärmebedarf decken, auch konventionelle Motor-BHKW können weiter optimiert und um die Technologievariante Stirling-Maschine erweitert werden. Und auch Solarkollektor- und Solarstromanlagen oder Mikro-Gasturbinen werden ihre Rolle in der Strom- und Wärmeversorgung einnehmen.

Aktuelle Studien und auch die beteiligten Unternehmen gehen davon aus, dass Hausenergiezentralen mit Brennstoffzellen bei Preisen unterhalb 1.000 €/kWel konkurrenzfähig sind. Dieses Preisniveau ist langfristig realisierbar, sofern einige heute erwartete Entwicklungsfortschritte tatsächlich erreicht werden – unter der Voraussetzung allerdings, dass eine Serienproduktion mit großem Volumen einsetzt. Auch bei Preisen bis zu 1.500 €/kWel erscheint eine Markteinführung machbar, falls es gelingt, für die neuen Geräte den besonderen Kundennutzen im Vergleich zu etablierten oder konkurrierenden innovativen Systemen aufzuzeigen. Preise über 1.500 €/kWel sind wohl nur in Nischenmärkten wie z. B. premium power-Anwendungen realisierbar (local tuning, USV), die aber als Türöffner für die Technologie fungieren könnten.

Die in der Anfangszeit sicher bestehenden Mehrkosten könnten durch eine zeitlich begrenzte, öffentliche Förderung zumindest teilweise kompensiert werden – beispielsweise durch eine gesetzlich garantierte Einspeisevergütung, die über den derzeitigen KWK-Bonus hinausgeht. Zusätzlich sind aber auch verlässliche energiewirtschaftliche und regulatorische Rahmenbedingungen für die Kraft-Wärme-Kopplung insgesamt notwendig, damit die neue Technologie eine stabile Marktperspektive erhält.

Projektinfo 06/2004:
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