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Abb. 2: Gebäudesteckbrief, Kenndaten Energiekonzept.
© BINE Informationsdienst

Lageplan technische Anlagen.
© Lindener Baukontor, Hannover

Abb. 4: Kollektorfeld auf dem Gebäude Magdeburger Str. 2.
© IGS, TU Braunschweig
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Pilotprojekt Hannover-Vahrenheide

Zwei Wohnblöcke mit 36 Wohneinheiten wurden in Hannover-Vahrenheide bis September 2006 grundlegend modernisiert und familiengerecht umgebaut. Die in den 60er Jahren erbauten Mehrfamilienhäuser bestehen jeweils aus einem Kellergeschoss, vier Wohngeschossen und einem als Holzkonstruktion ausgeführten Trockenboden. Die Wohnfläche beträgt je Wohnblock 1.465 m². Die Sanierungsmaßnahmen umfassten die Dämmung von Kellerdecken und Außenwand, eine Flachdachdämmung und Fenstererneuerung. Dabei konnte der Dämmstandard der Gebäudehülle deutlich verbessert werden. Insgesamt stehen nun 36 moderne Wohnungen mit einer Wohnfläche zwischen 70 und 120 m² zur Verfügung. Der Heizenergiebedarf soll durch den verbesserten Wärmeschutz – ca. 20% unter dem derzeitigen EnEV Standard – auf 75-80 kWh/m²a sinken.

Wärmeversorgungskonzept, Ertrag und Kosten

Das eine der beiden Gebäude wurde bislang über drei wandhängende Gas-Brennwert- Heizkessel zentral mit Wärme versorgt, im zweiten Gebäude befand sich keine zentrale Wärmeversorgungs- anlage. In der Machbarkeitsstudie wurde für beide Gebäude eine zentrale Wärmeversorgung entwickelt; realisiert als Kombination aus thermischer Solaranlage und Nachheizung über einen Holzpelletkessel und vernetzt über eine Nahwärmeleitung (Zweileitersystem). Der berechnete Gesamtwärmebedarf beträgt ab Heizzentrale 317 MWh/a, wovon die Solaranlage 43,9 MWh/a erbringen soll. Dies entspricht einem solaren Deckungsanteil von 13,8%.

Zur Wärmespeicherung wurden in der Heizzentrale für die Solaranlage 2 Pufferspeicher mit je 3 m³ Volumen und für den Holzpelletkessel ein zusätzlicher Pufferspeicher mit 3 m³ aufgestellt. Pro Gebäude ist eine Anlage zur Warmwasserbereitung mit einem Speichervolumen von 550 Litern installiert. Die Raumheizungen in beiden Gebäuden sind direkt (ohne zwischengeschalteten
Wärmetauscher) an das Wärmeverteilnetz angeschlossen.

Die Kollektoren sind auf einer Dach überspannenden Tragkonstruktion angebracht. Die Kosten für das Solarsystem inkl. Planung und MWSt. betrugen 99.417 €. Bei einem garantierten Solarertrag von 43,87 MWh/a ergeben sich damit bei 8,72 % Annuität (Vorgabe aus „Solarthermie2000 plus“) solare Nutzwärmekosten von rund 0,20 €/kWh inkl. MWSt. (ohne Förderung). Im Oktober 2006 ist die Anlage in Betrieb gegangen. Sie lief während der Messperiode in 2007 störungsfrei.

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Adressen

Projektleitung
TU Braunschweig, IGS

Kooperationspartner
STZ-EGS

Kooperationspartner
Fraunhofer IBP

Wissenschaftlich-technische Programmbegleitung
ZfS - Rationelle Energietechnik GmbH

WIssenschaftlich-technische Begleitung Holzgerlingen
Hochschule Offenburg

Forschungsförderung

Das Informationssystem EnArgus bietet Angaben zur Forschungsförderung, so auch zu den Projekten

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