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Glasbruchgefahr durch erhöhten Glaseinstand ?

Ein stark erhöhter Glaseinstand verbessert die wärmetechnischen Eigenschaften des Fensters: Er mindert die Wärmeverluste im Glasrandbereich - die Folge ist ein reduzierter U-Wert - und erhöht dort gleichzeitig die inneren Scheibenoberflächentemperaturen. Die Gefahr von Tauwasser ist dadurch geringer. Aus diesem Grund wurden in letzter Zeit Fenstersysteme entwickelt, die einen Glaseinstand von bis zu 30 Millimetern aufweisen. Sie stehen allerdings im Gegensatz zu den bisherigen Verglasungsrichtlinien (u.a. der DIN 18545). Diese begrenzen den maximalen Glaseinstand auf 20 Millimeter, um einen bei hohen Temperaturunterschieden zwischen Glasmitte und Scheibenrand auftretenden Glasbruch zu vermeiden. Denn ungleichmäßige Temperaturverteilungen an Glasscheiben führen zu thermisch induzierten Spannungen im Glasrandbereich.

Sie entstehen durch starke Sonneneinstrahlung bei teilweiser Abschattung der Scheiben. Risse im Glaskantenbereich bis zur völligen Zerstörung der Scheibe können die Folge sein. Der Praxistest konnte dies für den erhöhten Glaseinstand nicht bestätigen: Die thermisch induzierten Spannungen führten in Verbindung mit hochwärmedämmenden Rahmen im Experiment und in der Simulation gegenüber „normalem“ Glaseinstand zu keinem deutlich höheren Glasbruchrisiko.

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Forschungspartner
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Forschungspartner
BTU Cottbus

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