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Einbausituation eines neuen Fenstersystems im Altbau (Ziegelmauerwerk); unten: Zargendämmung, d.h. Blendrahmen und Laibung sind durchgehend überdämmt.
© Passivhaus Institut (PHI), Darmstadt

Vergleich wärmetechnischer Daten zum Fenstereinbau im Altbau ohne bzw. mit Wärmedämmverbundsystem.
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Einbausituation im Altbau

Die Altbausanierung und Modernisierung bietet einen weit geringeren Handlungsspielraum. Die Auswahl besteht lediglich im Dämmstoff, der Wandbaustoff und die Wandstärke sind bereits festgelegt. Im Idealfall wird zeitgleich ein Wärmedämmverbundsystem aufgebracht und die Fenster erneuert. Die Fenster können dann – ähnlich wie im Neubau – von vornherein in der Dämmebene angeordnet werden.

Die Untersuchungen haben gezeigt, dass sich durch den Einsatz hochwärmegedämmter Fenster (Abb 6, Variante C) bei Ziegelmauerwerk ohne zusätzliches WDVS auf der Fassade eine Reduzierung der Wärmeverluste von 47% gegenüber herkömmlichen Fenstern mit Holzrahmen und Wärmeschutzverglasung (Abb 6, Variante A) ergab. Und dies trotz erheblicher Einbauwärmebrückenverluste über das Ziegelmauerwerk. Eine weitere Verbesserung der Einbausituation lässt sich durch die außenliegende Dämmung vor dem Blendrahmen erreichen. Sie reduziert den Wärmestrom am Fensteranschluss deutlich, ohne die verglaste Fläche zu verringern. Eine durchgehende Dämmung im Laibungsbereich – die sogenannte Zargendämmung – ist zwar noch effizienter. Sie verringert aber auch die verglaste Fensterfläche. Will man im Rahmen der Modernisierung ohnehin die Fensterfläche vergrößern, sollte diese Zargendämmung gleich mit berücksichtigt werden.

Der Ersatz der Fenster ist in der Regel nur ein erster Schritt zur Modernisierung im Altbau. Er allein verbessert die Situation nicht grundlegend, denn sämtliche Wärmebrücken des Altbauzustands bleiben erhalten und an zahlreichen Stellen liegen immer noch derart niedrige Oberflächentemperaturen vor, dass dort mit Schimmelbildung zu rechnen ist. Dies gilt auch für den Anschlussbereich des Fensters. Bei der Verwendung hochwärmegedämmter Fenster ist aus diesem Grund – ohne weitere Maßnahmen im Anschlussbereich – eine Überprüfung der sich ergebenden Oberflächentemperaturen notwendig.

Soll in der Folgezeit zusätzlich ein Wärmedämmverbundsystem aufgebracht werden, so ist es sinnvoll, den Blendrahmen gleich bei der Fenstererneuerung außenbündig mit dem Mauerwerk einzusetzen. Dann kann die Außendämmung bei der späteren Modernisierung als Blendrahmenüberdämmung genutzt werden. Trotzdem können Durchfeuchtungen bei fehlendem baulichen Wetterschutz wie z.B. großem Dachüberstand, Laubengang, etc. entstehen. Eine der Situation angepasste Abdichtungsmethode muss deshalb unbedingt zur Ausführung kommen. Die zusätzliche Außendämmung ist wegen der mit der außenseitigen Montage des Fenster verbundenen wärmetechnischen „Schwachstellen“ so kurzfristig wie möglich anzubringen. Wird schließlich ein Wärmedämmverbundsystem mit 15 cm Stärke aufgebracht, verbessert sich der U-Wert der Wand von 1,2 W/m²K auf 0,22 W/m²K. Durch die fast vollständige Überdämmung des Blendrahmens sinkt der Fenster U-Wert im eingebauten Zustand auf 0,87 W/m²K (siehe Abb 6).

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