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Fazit, Ausblick

Steht ein Paradigmenwechsel bei der Klimatisierung großer Gebäude an, wird die zentrale Großanlage für die Klimatisierung von Bürohäusern durch viele kleine Anlagen direkt am Arbeitsplatz ersetzt? Dafür sprechen niedrigerer Energieverbrauch, flexiblere Raumaufteilung und einfachere, verbrauchsgerechte Abrechnung der dezentralen Raumlufttechnik. Die dezentrale Lüftungstechnik punktet in den Bereichen thermischer Komfort, Energieund Flächeneffizienz. Die Geräte sind in den letzten Jahren sparsamer und wartungsfreundlicher geworden; dennoch ist der erforderliche Wartungsaufwand etwa doppelt so hoch wie bei zentralen Anlagen. Die Untersuchungen zeigten noch Verbesserungsmöglichkeiten: manchmal war die Luft zu trocken, Geräte zu laut, oder die mögliche bessere Ausnutzung des umbauten Raumes wurde nicht verwirklicht. Dies liegt oft daran, dass die dezentrale Lüftungstechnik erst in einer späten Planungsphase als Ersatz für zentrale Anlagen in das Energiekonzept eingeführt wurde.

Die Potenziale des neuen Systems werden dann bestmöglich genutzt, wenn die Lüftung nur dann aktiviert wird, wenn die Büros besetzt sind. Doch nur zwei von sechs untersuchten Gebäuden erfassen die Anwesenheit über Präsenzschalter. Hier werden weder Bewegungsmelder noch individuelle Steuerung in Großraumbüros eingesetzt. In den untersuchten Gebäuden lag der Heizwärmebedarf sehr niedrig, der Stromverbrauch war mit dem ähnlicher Gebäude mit zentraler Lüftungstechnik vergleichbar. Der Primärenergieverbrauch lag im Mittelfeld der in einem EnOB-Projekt ermittelten Werte. Werden die Laufzeiten der Lüftungsgeräte an die Anwesenheitszeiten der Nutzer angepasst, können bis zu 30% des Gesamtenergieverbrauchs eingespart werden. Es hat sich bewährt, dezentrale Lüftungsgeräte mit einer Betonkerntemperierung zu kombinieren. Wird dezentrale Lüftung von Beginn der Planung an mit Fassade, Architektur und Gebäudetechnik abgestimmt, sind die Ergebnisse am besten; dann wird neben Energieeinsparung auch eine hohe Flächeneffizienz erreicht. Die dezentrale Lüftung ist auch für die Gebäudesanierung geeignet. Die Forscher erwarten, dass sie gegenüber klassischen Klimatisierungssystemen weiter an Bedeutung gewinnt.

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Adressen

Projektnehmer
STZ-EGS

Projektpartner
TU Braunschweig, IGS

Forschungsförderung

Das Informationssystem EnArgus bietet Angaben zur Forschungsförderung, so auch zu diesem Projekt.