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Abb. 5: Filterwechsel bei einem Fassadenlüftungsgerät
© LTG Aktiengesellschaft

Abb. 6: Gebäudeschnitt: Brüstungsgerät im Bürogebäude
© TROX GmbH

Abb. 7: Vergleich des spezifischen Energiebedarfs bei zentraler bzw. dezentraler Lüftung, thermische Gebäude-Simulation eines Büros an der Südfassade (NGF beheizt)
© Steinbeis Forschungszentrum

Abb. 8: Primärenergieverbrauch (NGF beheizt) von Bürogebäuden mit dezentraler Lüftungstechnik
© Steinbeis Forschungszentrum
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Untersuchungsergebnisse

In den Jahren 2005 und 2006 wurden Betreiber zu den Gebäuden und den jeweiligen Energiekonzepten sowie über ihre Gesamtzufriedenheit mit den dezentralen Systemen befragt. Sie sind mehrheitlich mit den Geräten zufrieden, zwei finden den Betrieb problematisch, einer hält den Einbau für eine Fehlentscheidung. Meist erfolgen keine oder nur wenige Rückmeldungen von den Nutzern. Die befragten Nutzer von 5 Gebäuden sind mit den Raumtemperaturen recht zufrieden, empfinden die Luftqualität insgesamt als neutral; sie kritisieren zu niedrige Luftfeuchtigkeit sowie Zugluft und Geräuschbelästigungen. Zur Ergänzung und Absicherung der Befragungen wurden an einzelnen Arbeitsplätzen Raumklima, Luftqualität und Geräuschentwicklung gemessen.

Komfort und Luftqualität

Die Luft in den untersuchten Büroräumen erreicht annähernd Außenluftqualität, der thermische Komfort ist sehr gut. In den Gebäuden ohne Zuluftbefeuchtung war die relative Luftfeuchtigkeit während der Heizperiode entsprechend niedriger. In Kurz- und Langzeitmessungen an verschiedenen Arbeitsplätzen wurden Temperatur und Luftfeuchtigkeit, Strahlungsasymmetrie, horizontale Temperaturschichtung und Zugluft sowie CO2-Gehalt als Indikatoren der Luftqualität erfasst. Der Grenzwert für Schallemissionen am Arbeitsplatz wurde in den meisten Gebäuden teilweise beträchtlich überschritten, Grund waren falsch eingestellte Ventilatoren oder zu kleine bzw. fehlende Schalldämpfer. Zu hohe Luftvolumenströme bewirken Lärm, Zugluft und einen erhöhten Energieverbrauch, und die angestrebte Quelllüftung wird nicht erreicht.

Energieeffizienz im Vergleich

Werden dezentrale Lüftungsgeräte raumweise und bedarfsgerecht gesteuert, tragen sie maßgeblich dazu bei, den Energieverbrauch zu senken. Eine Beispielsrechnung mit einem Simulationsprogramm ergibt für die dezentrale Lösung, verglichen mit durchschnittlichen Bürogebäuden bei zentraler bzw. dezentraler Lüftung, jährliche Einsparungen von 18% bei Heizenergie und 76% bei Strom. (Abb. 7) Beim Primärenergieverbrauch liegen die 10 untersuchten Gebäude, verglichen mit anderen EnBop-Projekten, im guten Mittelfeld. Bis auf eines verbrauchen sie signifikant weniger Heizwärme und tendenziell weniger Strom als moderne Bürogebäude mit vergleichbarem Komfort (Abb. 8).

Vor- und Nachteile dezentraler gegenüber zentraler Klimatisierung

Vorteile

  • Energieeinsparung durch bedarfsgerechte Regelung und Fensterlüftung, Geräte laufen nur bei besetztem Büro
  • Bei Neubauten geringerer Flächenund Raumbedarf, Versorgungsschächte und Brandschutzklappen für Lüftungsleitungen entfallen
  • Raum- bzw. zonengenaue verbrauchsgerechte Kostenabrechnung möglich
  • Individuelle Lüftung und Temperierung der Räume
  • Höhere Nutzerzufriedenheit


Nachteile

  • Bei zu hohem Luftdurchsatz Probleme durch Lärm, Zugluft
  • Be- und Entfeuchtung der Luft aufwendig
  • Höherer Aufwand für Wartung und Filterwechsel
  • Wärmerückgewinnung bei Einzelgeräten relativ aufwendig – Alternative: zentrale Abluftbehandlung
  • Bei Großraumbüros oder zentraler Regelung höherer Verbrauch
  • Einfluss von Winddruck und Außentemperaturen an der Gebäudehülle auf die Funktion der Geräte
Projektinfo 13/2009:
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Adressen

Projektnehmer
STZ-EGS

Projektpartner
TU Braunschweig, IGS

Forschungsförderung

Das Informationssystem EnArgus bietet Angaben zur Forschungsförderung, so auch zu diesem Projekt.