.

Abb. 5: Energiekonzept Sommer
© BINE Informationsdienst

Abb. 6: Energiekennwerte bezogen auf NGF beheizt
© BINE Informationsdienst

Abb. 7: Bauwerkskosten brutto nach DIN 276 bezogen auf NGF, Vergleich Referenzwert Baukostenindex (BKI) des Baukosteninformationszentrums Deutscher Architektenkammern
© BINE Informationsdienst

Abb. 8: Abgerechnete Betriebskosten 2008 (Strom, Wärme, Wartung) verglichen mit OSCAR 2005 (Office Service Charge Analysis Report)
© BINE Informationsdienst
3 / 4

Heizung, Kühlung, Lüftung

Der rechnerische Heizwärmebedarf des kompakten und gut gedämmten Gebäudes liegt mit 34 kWhE/m² NGFa vergleichsweise niedrig. Ein einfaches, betriebssicheres und wartungsarmes Energiekonzept soll komfortable Innenraumtemperaturen garantieren. Eine luftdichte Gebäudehülle und Fenster mit integriertem Sonnenschutz sind weitere Voraussetzungen für einen energieeffizienten Betrieb. Die Wärmeversorgung erfolgt über Fernwärme. Die Räume verfügen über Heizkörper mit Thermostatventilen. Gelüftet wird ausschließlich über die Fenster. Der Regionssaal und die Sanitärbereiche sind mit einer Lüftungsanlage, die über eine effiziente Wärme- und Feuchterückgewinnung verfügt, ausgestattet. Eine Betonkernaktivierung dient der Raumkühlung.

In den Geschossdecken befinden sich Kunststoffrohre, durch die im Sommer kaltes Wasser gepumpt wird, um die Raumwärme aufzunehmen und die Temperatur angenehm zu halten. Anschließend wird das erwärmte Wasser über Erdsonden wieder abgekühlt. Eine Kältemaschine ist als Redundanz vorgesehen. Die Sonden werden im Winter dazu genutzt, die Außenluft der Lüftungsanlage über einen Wärmetauscher vorzuheizen (Abb. 5). Im Zusammenspiel aller Maßnahmen unterschreitet das Gebäude die gesetzlichen Anforderungen der EnEV um ca. 50%. Die Gebäudeleittechnik und umfassende Messeinrichtungen ermöglichen eine komplette Fernüberwachung des Gebäudebetriebs.

Betriebsergebnisse

Ein intensives Monitoring begleitet das Projekt während der ersten zwei Betriebsjahre. Die Gebäudeperformance und deren Optimierung werden sowohl im Rahmen eines Messprogramms erfasst als auch umweltpsychologisch untersucht. Die Ergebnisse von 2008 konnten die Tendenzen aus dem Jahr 2007 bestätigen: der Primärenergieverbrauch ohne elektronische Gebäudeausstattunglag mit 82 kWh/m² NGFa unter den Planungswerten (Abb. 6). Das Erdsondenfeld musste bisher fast nicht in Anspruch genommen werden, da eine Kühlung der Büroräume nicht erforderlich war. Nur im Winter wurde die Zuluft der Lüftungsanlage für den Regionssaal mittels der Erdsonden über einen Wärmetauscher vorgewärmt.

Die meisten Nutzer sind mit der Gebäudeinnentemperatur im Jahresverlauf sehr zufrieden, hatten aber im ersten Betriebsjahr Veränderungswünsche in Bezug auf die automatische Regelung des Sonnen-/Blendschutzes. Daraufhin wurde die Automatik differenziert. Sobald der Nutzer den Sonnenschutz einmal manuell bedient hat, ist die Automatik für diesen Tag abgeschaltet. Zuvor wurde diese lediglich für 2 h blockiert. Anschließend folgte der Sonnenschutz wieder den Voreinstellungen. Darüber hinaus waren nur geringfügige Optimierungsmaßnahmen erforderlich. So wurde die Regelung der Lüftungsanlage für den Saal im ersten Betriebsjahr verbessert. Auch die Beleuchtung hatte aufgrund fehlerhafter elektronischer Bauteile zunächst für Unzufriedenheit in einigen Büros gesorgt. Ansonsten traten jedoch kaum weitere „Kinderkrankheiten“ auf, so dass das Gebäude fast von Beginn an optimal betrieben werden konnte.

Wirtschaftlichkeit

Die Bauwerkskosten waren, verglichen mit anderen Bürogebäuden (gemäß Referenzwert Baukostenindex BKI) niedrig (Abb. 7). Für den dauerhaften Betrieb sind darüber hinaus die Betriebskosten einschließlich Wartung ein wichtiges Kriterium. Im Vergleich mit anderen Verwaltungsbauten zeigt das Regionshaus Hannover, dass ein energiesparendes Gebäude mit einem effizienten Energiekonzept deutlich geringere Betriebskosten verursacht (Abb. 8).

Projektinfo 06/2009:
3 / 4

Merkzettel

BINE-Abo

Publikation abonnieren

Adressen

Bauphysik
BSI

Qualitätssicherung
energydesign braunschweig GmbH

Forschung/Evaluierung
FG-UPSY, Universität Magdeburg

Umweltpsychologie
TU Braunschweig, IGS

ENERGIEWENDEBAUEN
Projekte, Berichte, Nachrichten
und Analysen aus der Forschungsinitiative ENERGIEWENDEBAUEN

Literatur

Die Film-Dokumentation zum Gebäude kann unter www.building-performance.net
eingesehen werden.

Forschungsförderung

Das Informationssystem EnArgus bietet Angaben zur Forschungsförderung, so auch zu diesem Projekt.