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Abb. 4a: Energiekonzept: Systemkomponenten
© BINE Informationsdienst

Abb. 4: Gebäudesteckbrief
© BINE Informationsdienst

Abb. 3: Innenansicht eines Büroraumes
© bünemann + collegen, Hannover

Abb. 2: Grundriss des Erdgeschosses
© IGS, Braunschweig
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Gebäudekonzept

Das Gebäude „Neues Regionshaus“ ergänzt ein Ensemble bestehender Gebäude im Stadtzentrum Hannovers. Der kompakte Erweiterungsbau aus Stahlbeton bildet mit bereits existierenden Bauteilen einen weiteren Innenhof. Das Grundstück liegt in einem baulichen Umfeld, das durch die Stadtbibliothek – einem Baudenkmal des Expressionismus – und Gebäuden der 1950er Jahre geprägt ist. Die Materialien und die Farbgebung lehnen sich an den Bestand an. Die klar gegliederte Fassade ist in hellem Kalkstein und Brüstungseinsätzen aus dunklem, anthrazitfarbenem Granit, der die Fensteröffnungen in der Fassade optisch größer wirken lässt, ausgeführt. Der Regionssaal schiebt sich als besonderes Element aus dem sechsgeschossigen Neubau heraus und reicht bis unmittelbar an den öffentlichen Fußweg.

Es entsteht ein harmonisches Ensemble aus Alt und Neu. Der Saalbau, der für bis zu 540 Personen Platz bietet und bei Bedarf in drei kleinere Säle unterteilt werden kann, ermöglicht eine maximale Tageslichtnutzung, auch bei Unterteilung des Saales in kleinere Einheiten. Aus Kostengründen wurde auf eine Unterkellerung und Tiefgarage verzichtet. Parkplätze konnten im rückwärtigen Bereich des Grundstücks eingerichtet werden. Für eine gute Wärmedämmung der luftdichten Fassaden sorgen Holz-Aluminium-Fenster mit Wärmeschutzverglasung und eine 16 cm Außenwanddämmung aus Mineralwolle.

Bürokonzept

In den Obergeschossen gibt es 191 Büroräume für jeweils zwei Mitarbeiter. Die 20 m² großen Räume sind für die Nutzer komfortabel ausgestattet. Dazu gehört ein in den Verglasungszwischenraum der Fenster integrierter Sonnen- und Blendschutz mit Tageslichtlenkung im oberen Drittel. Die Versorgung mit Tageslicht ist auch bei geschlossenem Sonnenschutz gewährleistet. Dieser fährt bei hoher solarer Einstrahlung einmal pro Tag automatisch in einem von der Himmelsausrichtung der Fassade abhängigen Zeitrahmen herunter. Der Sonnenschutz kann auch manuell bedient werden. Danach ist die Automatik für den aktuellen Tag abgeschaltet. Die präsenz- und helligkeitsgesteuerte Beleuchtung mit Direkt- und Indirektanteil ergänzt das energieeffiziente Belichtungskonzept. Eine etagenweise mögliche Stromlosschaltung der Steckdosen für die Ausstattung sowie eine Betonkernaktivierung zur Raumkühlung sorgen für weiteren energiesparenden Komfort. Für die Raumakustik wurden aufgrund der Betonkernaktivierung schallabsorbierende Deckenfelder eingebaut.

Finanzierungsmodell PPP

Ausgehend von Erfahrungen anderer Gebietskörperschaften gab es seitens des Bauherrn der Region Hannover Überlegungen, das Projekt im Rahmen eines Public Private Partnership, kurz PPP, zu realisieren (auch Öffentlich Private Partnerschaft ÖPP). Geprüft wurde der Vorschlag über eine Machbarkeitsstudie, die mögliche wirtschaftliche Vorteile darstellen sollte. Nach positivem Ergebnis der Studie entschied sich die Region für das Finanzierungsmodell PPP. Die verschiedenen Leistungen wie Planung, Bau, Finanzierung und ggf. auch der Betrieb können im Gegensatz zur konventionellen Beschaffung öffentlicher Auftraggeber in einem Paket eingekauft werden. Der private Unternehmer arbeitet auf eigene Rechnung und eigenes Risiko und kann beim Einkauf von Leistungen frei von Formalien und Entscheidungsprozessen öffentlicher Haushalte agieren.

In der PPP-Ausschreibung werden alle wesentlichen Ziele, beim Regionshaus Hannover z. B. hinsichtlich Energieeffizienz und Nutzerkomfort, definiert. Nach den Kriterien der Ausschreibung erhält das insgesamt wirtschaftlichste Angebot den Zuschlag. Anschließend ist es erforderlich, zwischen Auftragnehmer und in diesem Fall der Region Hannover einen Vertrag auszuhandeln, der eine Kombination aus Bauerrichtungs- und Finanzierungsvertrag darstellt. Nach der Übergabe des bezugsfertigen Gebäudes startet die vierteljährliche Ratenzahlung über 20 Jahre, nach deren Abschluss das Gebäude Eigentum des Auftraggebers ist.

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Adressen

Bauphysik
BSI

Qualitätssicherung
energydesign braunschweig GmbH

Forschung/Evaluierung
FG-UPSY, Universität Magdeburg

Umweltpsychologie
TU Braunschweig, IGS

ENERGIEWENDEBAUEN
Projekte, Berichte, Nachrichten
und Analysen aus der Forschungsinitiative ENERGIEWENDEBAUEN

Literatur

Die Film-Dokumentation zum Gebäude kann unter www.building-performance.net
eingesehen werden.

Forschungsförderung

Das Informationssystem EnArgus bietet Angaben zur Forschungsförderung, so auch zu diesem Projekt.