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Windenergie wird planbar
Projektinfo 14/2003
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Leistungsprognose für Windenergieanlagen

Die Netzführung und die Einsatzplanung der Kraftwerke wird zunehmend komplexer. Hierzu tragen verschiedene Faktoren bei: die Liberalisierung der Strommärkte, die zunehmende Dezentralisierung der Stromerzeugung und auch die wachsende Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energiequellen mit ihrem teilweise fluktuierendem Energieangebot. Insbesondere der Beitrag der Windenergie zur Stromproduktion in Deutschland ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Er übertraf im Jahr 2003 erstmals den Anteil der Wasserkraft an der Stromerzeugung – Windstrom deckt in manchen Netzbereichen zeitweilig die gesamte Netzlast.

Der Stromverbrauch in einem Versorgungsgebiet kann für den kommenden Tag auf Basis jahrzehntelanger Erfahrungen und mit modernen computergestützten Verfahren relativ präzise vorhergesagt werden. Die eingespeiste Windleistung ist hingegen eine der am schwierigsten zu bestimmenden Größen bei Einsatzplanung von Kraftwerken. Für den konventionellen Kraftwerkspark wirkt sich die Einspeisung von Windstrom wie ein Rückgang des Verbrauchs aus. Nicht vorhergesehene Schwankungen der Windeinspeisung gehören zu einer der häufigsten Ursachen für den Einsatz von Regel- und Ausgleichsleistung durch die Systemführung. Der Bedarf an windenergiebedingter Regelleistung ergibt sich aus der Differenz der prognostizierten Einspeisung aus Windenergieanlagen und den tatsächlichen Einspeisewerten.

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Damit die Windenergie genauer in dem Lastfahrplan der Kraftwerke berücksichtigt werden kann, sind sowohl zuverlässige Prognosen der Windleistung für den Folgetag als auch präzisere Kurzzeitprognosen im Minuten- bis Stundenbereich erforderlich. Das Institut für Solare Energieversorgungstechnik (ISET), Kassel, entwickelte in Zusammenarbeit mit der Fördergesellschaft Windenergie, der Lahmeyer International GmbH sowie dem Netzbetreiber E.ON Netz ein neues Planungs- und Prognosewerkzeug, um die Einspeisung großer Windleistungen in das Netz zu ermöglichen. Das Verfahren wurde zunächst im Netz der E.ON erprobt und wird jetzt schrittweise auf das gesamte deutsche Netz übertragen. Das Vorhaben wird von der Europäischen Union und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert.

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Adressen

Projektkoordination
ISET, Uni Kassel

Projektpartner
E.ON Netz GmbH

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AKTIF Technology GmbH

Projektpartner
DWD