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Das Wasserstoff-Elektrolysesystem von Siemens erzeugt im Energiepark Mainz Wasserstoff aus Stromüberschüssen. Die Anlage kann bis zu sechs Megawatt Strom aufnehmen.
© Siemens AG
Windstrom als Wasserstoff speichern
06.07.2015

Startschuss für den Energiepark Mainz: Stadtwerke-Vorstand Dr. Tobias Brosze, Wirtschaftsministerin Eveline Lemke, Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Siemens-Vorstand Prof. Dr. Siegfried Russwurm, Linde-Vorstand Dr. Wolfgang Büchele und Stadtwerke-Vorstand Detlev Höhne (v. l.).
© Anna Durst, BINE Informationdienst

Die liegenden Druckwasserstofftanks dienen der Zwischenspeicherung des erzeugten Wasserstoffs.
© Anna Durst, BINE Informationsdienst

Im Infozentrum können Besucher alles über den Energiepark Mainz und Wasserstoff als Energiespeicher erfahren.
© Anna Durst, BINE Informationsdienst

Weltgrößte Elektrolyse-Anlage eingeweiht

Im Energiepark Mainz steht die weltweit größte Elektrolyse-Anlage ihrer Art. Sie hat eine elektrische Anschlussleistung von sechs Megawatt und kann bis zu 1.000 Kubikmeter Wasserstoff pro Stunde aus erneuerbar erzeugtem Strom herstellen. Der produzierte Wasserstoff lässt sich vor Ort lagern, in Tanks transportieren oder zur späteren Strom- oder Wärmeerzeugung ins Erdgas-Netz speisen. Nun wurde die Anlage offiziell eingeweiht.

Neben dem Messegelände in Mainz-Hechtsheim steht ein Gebäude, das etwa die Größe eines Lebensmittelmarktes hat. Die Rede ist von der Elektrolyse-Halle des Energieparks Mainz. In einem Forschungsprojekt wollen Linde, Siemens, die Hochschule RheinMain und die Stadtwerke Mainz größere Mengen Wasserstoff mit erneuerbar hergestelltem Strom produzieren. Den Großteil des Stroms liefern dafür vier benachbarte Windenergie-Anlagen.

Herzstück der Mainzer Anlage ist die Elektrolyse-Halle mit einem von Siemens entwickelten Wasserstoff-Elektrolysesystem. Die Forscher installierten eine hochdynamische sogenannte PEM-Druckelektrolyse, die sich besonders für hohe Stromdichten eignet und innerhalb von Millisekunden auf die großen Sprünge bei der Stromproduktion von Wind- und Solaranlagen reagieren kann.
„Durch die Wasserstoffelektrolyse lassen sich gerade die erneuerbaren Energien effizienter in die Stromnetze einbinden. Ein momentaner Energieüberschuss kann abgefangen, gespeichert und weiterverwendet werden“, sagte Professor Dr. Siegfried Russwurm anlässlich der Eröffnung.
Im Gegensatz zu anderen kleineren Pilotprojekten kann die Anlage eine Leistung von bis zu sechs Megawatt Strom aufnehmen und liefert eine Erzeugungsmenge von 1.000 Kubikmetern Wasserstoff pro Stunde. Damit ist die Anlage die derzeit größte ihrer Art.

Der Energie lässt sich in Form von Wasserstoff dann nahezu beliebig lange speichern. Mit Tankwagen kann vom Energiepark aus zudem das wachsende Netz an Wasserstoff-Tankstellen beliefert werden, um dort emissionsfreie Brennstoffzellen-Fahrzeuge zu betanken. „Hier im Energiepark Mainz kann genug davon produziert werden, um 2.000 Brennstoffzellen-Pkw zu versorgen”, sagt Dr. Wolfgang Büchele, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Mainz.

Ein Informationszentrum (Bild links unten) auf dem Gelände erklärt Besuchern die Funktionsweise der Wasserstoff-Elektrolyse und die Stellung von Speichertechnologien im zukünftigen Energiesystem.

Weitere Informationen zur Einweihung und zum Energiepark Mainz gibt es auf dem Webportal der Forschungsinitiative Energiespeicher.

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Adressen

Projektkoordinator
Stadtwerke Mainz AG

Wasserstoff-Elektrolysesystem
Siemens AG

Reinigung, Verdichtung, Speicherung und Abfüllung des Wasserstoffs
Linde AG

Wissenschaftliche Begleitforschung
Hochschule RheinMain

Das Elektrolyse-Verfahren

Bei der Elektrolyse wird Wasser in flüssiger Form an der Anodenseite der Elektrolysezelle in seine Bestandteile zerlegt. Das Sauerstoff-Molekül wird anodenseitig abgeführt, während die Protonen mittels einer leitenden Membran zur Kathodenseite transportiert werden und dort unter Aufnahme zweier Elektronen zu einem Wasserstoffmolekül kombinieren.
Grafik © Energiepark Mainz

Links

Energiepark Mainz
Webseite des Forschungsprojektes

Animationsfilm
Im Energiepark Mainz wird Wasserstoff mithilfe von umweltfreundlich erzeugtem Strom hergestellt. Wie das funktioniert, erklärt der drei-minütige Animationsfilm.

Projektvisitenkarte
Weitere Details zum Energiepark Mainz gibt es auf der Seite der Forschungsinitiative Energiespeicher.

Energiespeicher
Portal der Förderinitiative Energiespeicher mit aktuellen Meldungen aus Forschung, Entwicklung und Demonstration von Energiespeichern