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Holz und Glas bestimmen das äußere Erscheinungsbild der Werkstätten für Menschen mit Behinderung in Lindenberg.
© Lichtblau Architekten
Werkstätten für behinderte Menschen
Projektinfo 03/2007
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Energieeffizient und barrierefrei

Ziel eines jeden Gebäudeentwurfs ist es, die Vorstellungen des Nutzers mit  unterschiedlichsten Anforderungen in Einklang zu bringen: Rahmenbedingungen des Grundstücks und der Umgebung, Festsetzungen des Bebauungsplans sowie anderen gesetzlichen Vorgaben, z. B. zur Gestaltung von Arbeitsplätzen. Dass auch bei nicht alltäglichen Bauaufgaben und ihren speziellen Erfordernissen die Energieeffizienz nicht zu kurz kommen muss, zeigt das Beispiel der Behinderten-Werkstätten in Lindenberg im Allgäu.

Die Anlage bietet 140 Arbeitsplätze in verschiedenen Gewerken (erweiterbar auf 200), 40 Büroplätze und einen Gemeinschaftsbereich. Selbstredend musste sie barrierefrei geplant werden und ist deshalb größtenteils ebenerdig. Durch die Einteilung in mehrere Einzelgebäude, zwischen denen Werkstraße und Treppenhaus unbeheizte Pufferzonen bilden, gelang das relativ kompakt. Die Werkstätten, in denen viele der Behinderten einen Großteil ihres Lebens arbeiten werden, bieten eine hohe Aufenthaltsqualität durch große Fensterflächen, das natürliche Baumaterial Holz und eine bewussten Farbgestaltung. Außerdem wurde darauf geachtet, eine selbstverständliche Orientierung zu schaffen: Die hohe Transparenz der Räume ermöglicht Blickverbindungen in andere Bereiche, Nachbarräume und nach draußen. Materialien, Farben und Symbole unterstützen die Wegeführung. Die großflächigen Verglasungen holen einerseits viel Tageslicht in die Räume, andererseits musste die Wärmeentwicklung im Sommer und das Transmissionsverhalten im Winter in der Planung berücksichtigt werden. Das Gebäudekonzept begegnet dem mit einer intensiven Passiv-Solarnutzung in Kombination mit einfachen Sonnenschutzvorrichtungen, einer hochwertigen Dämmung sowie thermisch aktiven Bauteilmassen.

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Die Nutzung regenerativer Energien und ein angepasstes Lüftungskonzept sowie Maßnahmen zur Minimierung des Stromverbrauchs ergänzen die Bemühungen zur Energieeffizienz auf Seiten der Gebäudetechnik. Das Gebäude erreicht damit rechnerisch einen Heizwärmebedarf von 37 kWh/m²a. Die integrale Planung umfasste zusätzlich verschiedene Simulationen sowie eine vergleichende Lebenszyklusanalyse. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) förderte dies im Forschungsbereich EnBau, ebenso ein zweijähriges intensives Messprogramm, um das Gebäude auch im Betrieb noch energetisch zu optimieren bzw. die geplante Gesamtfunktion einzuregeln. Inzwischen liegen dazu erste Ergebnisse vor.

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(Lichtblau, 6 S., 64 kB)

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