.

News  – Nachrichten aus der Energieforschung

Kurzcharakteristik lesen
Newsletter abonnieren

Im Energiepark Mainz werden alle Bausteine der Energiespeicherung mit Wasserstoff erprobt. Die Anlage wird bis 2015 gebaut und etwa die Größe eines Lebensmittelmarktes haben.
© Energiepark Mainz, Montage BINE Informationsdienst
Energiepark Mainz
13.06.2013

Bei der Elektrolyse wird Wasser in flüssiger Form an der Anodenseite der Elektrolysezelle in seine Bestandteile zerlegt. Das Sauerstoffmolekül wird anodenseitig abgeführt, während die Protonen mittels einer leitenden Membran zur Kathodenseite transportiert werden und dort unter Aufnahme zweier Elektronen zu einem Wasserstoffmolekül kombinieren.
© Energiepark Mainz

Windstrom als Wasserstoff speichern

In Mainz soll bis 2015 ein Energiepark entstehen. Die Idee: überschüssigen Strom aus Windenergie als Wasserstoff zwischenspeichern. Dieser kann als Treibstoff, zur Wärmeerzeugung und zur Rückverstromung genutzt werden. Eine Elektrolyse-Anlage soll bis zu sechs Megawatt Strom aufnehmen und Schwankungen im Verteilnetz ausgleichen. Damit wäre sie die bisher größte Anlage ihrer Art.

Bis 2050 sollen rund 80 Prozent des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien kommen. Die „Förderinitiative Energiespeicher“ der Bundesregierung unterstützt dabei technologische Entwicklungen, die die Kosten senken und zur schnellen Markteinführung beitragen.
Die Stadtwerke Mainz erzeugen gemeinsam mit Linde, Siemens und der Hochschule RheinMain im neuen „Energiepark Mainz“ Wasserstoff mithilfe von Windstrom. Die Elektrolyse-Anlage nimmt überschüssige Windenergie auf und stellt Wasserstoff her.

„Der Wasserstoff lässt sich gut speichern und ist vielseitig einsetzbar, etwa für Wasserstofftankstellen oder als Brennstoff für ein Kraftwerk“, sagt Jonas Aichinger, Verbundkoordinator des Energiepark-Projektes. Der Energiepark Mainz wird im Wirtschaftspark in Mainz-Hechtsheim entstehen. Anfang nächsten Jahres soll mit dem Bau der Anlage begonnen werden, im Frühjahr 2015 ist die Inbetriebnahme geplant. „Die Anlage kann bis zu sechs Megawatt Strom aufnehmen und hat damit eine für Engpässe im Verteilnetz relevante Leistungsklasse“, erklärt Aichinger weiter. Damit wäre die Anlage die bisher größte ihrer Art.

Einsatz als Treibstoff, zur Wärmeerzeugung oder zur Rückverstromung

Wasserstoff soll in das Erdgasnetz eingespeist werden, wo es für Heizungen oder Gas- und Blockheizkraftwerke zur gekoppelten Strom- oder Wärmeerzeugung zur Verfügung steht. Die Unternehmen wollen auch untersuchen, ob der produzierte Wasserstoff im Gas- und Dampfturbinenkraftwerk als Brennstoff zur Rückverstromung genutzt werden kann.
Kernstück der Forschungsanlage ist ein von Siemens entwickeltes Wasserstoff-Elektrolysesystem. Dieses zerlegt Wasser in die Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff. Der Wasserstoff wird mit einem Wasserstoffverdichter von Linde komprimiert und gespeichert oder in Trailer gefüllt.
Im Energiepark werden alle wesentlichen Bausteine der Energiespeicherung mit Wasserstoff erprobt, wie Elektrolyse, Gaseinspeisung, Wasserstoffverdichter, Druckspeicher und Trailerbefüllung. Auf der Webseite gibt es weitere Informationen zum Energiepark Mainz.

Über die Förderinitiative Energiespeicher

Der Energiepark wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie im Rahmen der Förderinitiative Energiespeicher unterstützt. Er ist eines der Leuchtturmprojekte zur „Wind-Wasserstoff-Kopplung“ in der Initiative. Dieser Leuchtturm bündelt Projekte, die die  Erzeugung von Wasserstoff oder Methan aus überschüssigem Windstrom erforschen. Hauptansatzpunkt ist das Optimieren der Elektrolyse, um einen höheren Wirkungsgrad bei der Zerlegung von Wasser zu speicherbarem Wasserstoff und Sauerstoff zu erzielen.

(ad)

Merkzettel

BINE-Abo

Newsletter abonnieren

Adressen

Projektleitung
Stadtwerke Mainz AG

Projektpartner
Siemens AG

Projektpartner
Linde AG

Projektpartner
Hochschule RheinMain

Mehr zur Elektrolyse

Ein Prototyp einer Elektrolyse-Anlage betreibt Siemens in Kooperation mit RWE am Kraftwerk Niederaußem.