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Das höchste Bürogebäude in Nordrhein-Westfalen wird energieeffizient gekühlt – mit thermoaktiven Bauteilsystemen.
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Komplexer Bauprozess in luftiger Höhe – der Post-Tower in Bonn. Architektur: Murphy/Jahn, Chicago. Bauleitung: Heinle, Wischer und Partner
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Grundwasser in der 40sten Etage

Der Bauherr Deutsche Post World Net wollte mit seiner neuen Konzernzentrale in Bonn ein vorzeigbares Gebäude und optimale Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter schaffen. Und es sollte ein „richtungsweisendes Hochhaus für das 21. Jahrhundert“ entstehen. So überragt jetzt der „Post-Tower“ mit seinen 162,5 Metern locker den benachbarten „Langen Eugen“ (112m) und auch den Kölner Dom (157m). Das Gebäudekonzept setzt auf eine Doppelfassade mit viel Glas und hoher Transparenz, was aber zugleich eine natürliche Frischluftversorgung und moderate Zulufttemperaturen ermöglicht. Das Energiekonzept setzt auf Grundwasser, bis zu 130 Liter pro Sekunde werden durch das ganze Gebäude gespült. Im Sommer wird das Gebäude auf diese Weise temperiert und im Winter wird die thermische Energie des Grundwassers in Verbindung mit einer Wärmepumpe zur Beheizung genutzt. Die sommerliche Kühlung wird in allen normalen Büros ergänzt durch Bodenkonvektoren, die im Kühlmodus ebenfalls mit Grundwasser betrieben werden. Nur in der Vorstandsetage wollte man auf eine herkömmliche Klimaanlage nicht verzichten. Doch das Konzept der Betonkerntemperierung scheint auch hier aufzugehen: Selbst an einem besonders heißen Augusttag im Rekordsommer 2003 verharrten die Lufttemperaturen in den nach Süden orientieren Büros unterhalb der 26°C- Marke – für die Mitarbeiter bei Außentemperaturen von mehr als 39°C ein spürbarer Vorteil. Im Jahr 2003 betrug der Aufwand zur Zirkulation des Grundwassers etwa 10 kWh/m². Weitere Infos zum Post-Tower unter www.energie-projekte.de

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