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„Geschichte“ thermisch aktivierter Bauteilsysteme

Heiz- und Kühldeckensysteme haben eine lange Tradition. Bereits 1938 wird über Decken mit Heizfunktion berichtet, die auch zu Kühlzwecken eingesetzt werden. Der Markteinführung folgte aber schnell die Ernüchterung. Dies lag am unzureichenden Wärmeschutz der Gebäude und an mangelhafter Regelungstechnik und Systemgestaltung. Eines der ersten Gebäude mit wasserführender BKT war das „Dow Building“ (Schweiz, 1991, 7.400 m² thermisch aktivierte Kühlfläche).

Eines der ersten Gebäude mit BKT als integriertes Heiz- und Kühlsystem ist das „Sarinaport Bürogebäude“ (Schweiz, 1994, 9.500 m² thermisch aktivierte Heiz- und Kühlfläche). Im Jahre 2001 waren in Deutschland mehr als 60 Nichtwohngebäude mit einer BKT im Bau oder bereits in Betrieb. Bereits im Jahre 2003 wurde der Anteil der gewerblichen Neubauten, bei denen inzwischen Systeme zur Betonkerntemperierung geplant oder realisiert wurden, auf bis zu ein Drittel geschätzt.

Integrale Planung und interdisziplinäres Bauen

Kühlkonzepte mit Umweltenergie haben weitreichende Auswirkungen auf Architektur, Bauphysik und Gebäudetechnik: Begrenzung der Heiz- und Kühllasten, Nutzung der Wärmespeicherfähigkeit des Gebäudes, Einbeziehung der Gebäudestruktur in das Energiemanagement des Gebäudes, Wahl und Dimensionierung geeigneter natürlicher Wärmequellen- und senken, Auslegung der Betonkerntemperierung und der Hydraulik sowie eine aufgrund der systembedingten großen thermischen Trägheit durchdachte Regelung. Somit erfordern diese Gebäudekonzepte eine komplexe, ganzheitliche Denkweise im Zusammenspiel der unterschiedlichen Gewerke in der Planung und am Bau. Eine hohe Nutzungsqualität kann nur durch eine hohe Planungs- und Ausführungsqualität erreicht werden, da nach Fehlplanung, fehlerhafter Bauausführung oder in Folge von Nutzungsänderungen der Komfort nicht per Klimaanlage aktiv wieder eingestellt werden kann.

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