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Thermischer Komfort exemplarisch für die Gebäude Energon Ulm (grün) und BOB Aachen (gelb): Dargestellt ist die gemessene mittlere Raumtemperatur der Büros während der Anwesenheitszeit der Nutzer (8:00 bis 18:00) in Abhängigkeit des gleitenden Mittels der Außentemperatur (Richtlinie ISSO 74). Gemäß den Behaglichkeitskriterien sind 65% der Nutzer immer mit der Raumtemperatur zufrieden (Nutzerzufriedenheit: 90% (schwarze Linie), 80% (dunkelgraue Linie), 65% (hellgraue Linie). Alle Daten für das Jahr 2005. Daten: Steinbeis-Transferzentrum Energietechnik, Ulm.
© Fraunhofer ISE, Freiburg
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Betonkerntemperierung und Behaglichkeit

Die Strahlungsverhältnisse im Raum beeinflussen die Behaglichkeit. Unter Strahlungsasymmetrie versteht man die maximale Temperaturdifferenz, die in einem Raum zwischen zwei sich gegenüberliegenden Flächen auftritt. Die daraus folgende einseitige Erwärmung bzw. Abkühlung des Menschen durch uneinheitliche Temperaturen der Umschließungsflächen kann zu thermischen Unbehagen führen. Wird allein über die Decke geheizt, darf deshalb die Oberflächentemperatur ca. 27°C nicht überschreiten. Im Kühlfall sollte die Temperaturdifferenz der kalten Deckenfläche mit anderen Flächen im Raum nicht größer als 14 K sein (ISO 7730). Diese Kriterien werden in Niedrigenergiegebäuden mit Betonkerntemperierung eingehalten. In Kombination mit natürlichen Wärmesenken liegen die Vorlauftemperaturen bei minimal 18°C und maximal 29°C, sodass die Deckenoberflächentemperaturen nahe an derRaumtemperatur liegen – beim Gebäude Energon z. B. bewegten sich die Deckenoberflächentemperaturen in 2005 innerhalb eines Temperaturbands von 20,5 bis 25,0°C. Aufgrund der geringen Strahlungsasymmetrie ist das Raumklima voll im Behaglichkeitsbereich.

Die detaillierten Auswertungen zu den Gebäuden Energon (vgl. S. 14) und BOB (vgl. S. 18) zeigen, dass durch Kühlung mit Betonkerntemperierung die geforderten Raumtemperaturen unter Berücksichtigung des Nutzerverhaltens (fast) immer eingehalten werden können – eine konsequente Reduzierung solarer und interner Wärmelasten vorausgesetzt. Auch im Winter kann die Betonkerntemperierung den thermischen Komfort ohne zusätzliche statische Heizflächen in diesen Gebäuden gewährleisten.

Da die Lüftung in Zusammenhang mit einer BKT nur eine hygienische und keine konditionierende Aufgabe übernimmt, kann die Luftmenge auf den hygienisch bedingten Mindestluftwechsel (40 m³/h*Person) für Büroräume) begrenzt werden. Die aus dem reduzierten Luftvolumenstrom resultierenden geringen Luftgeschwindigkeiten und die Geräuschreduktion erhöhen ebenfalls den Komfort.

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