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Dr.-Ing. Jörg Buddenberg
© EWE AG

Dr. Bernhard Lange
© Fraunhofer IWES
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Im Portrait: Der Energieversorger und der Forscher

Zwei Expertenmeinungen

 

Wo sehe ich die Offshore-Windenergie im Jahr 2020?

 

Dr.-Ing. Jörg Buddenberg (EWE)

studierte Bergbau an der TU Clausthal. Von 2001 bis 2003 war er Geschäftsführer der Niedersächsischen Energie Agentur GmbH. Seit 2004 leitet er bei der EWE Aktiengesellschaft die Abteilung Umwelttechnologie.

"Erneuerbare Energie soll in den nächsten Dekaden zum Rückgrat der Energiewirtschaft in Deutschland ausgebaut werden. Hierzu müssen alle erneuerbaren Energieformen weiter zielgerichtet ausgebaut werden und die Gesamtstruktur des Energieversorgungssystems an die daraus resultierenden Anforderungen angepasst werden. In den Szenarien der Bundesregierung spielt Offshore-Windenergie hierbei eine maßgebliche Rolle, da diese mit hohem Jahresnutzungsgrad einen wesentlichen Beitrag zu einer stabilen erneuerbaren Stromproduktion beitragen kann. Auf Grundlage der aktuellen Entwicklung des noch jungen Sektors Offshore-Windenergie kann bis 2020 eine installierte Leistung von über 8.000 MW erreicht werden, die dann mit jährlich 33 TWh zur Stromversorgung Deutschlands betragen wird. Um diese Ziele erreichen zu können, müssen langfristig planbare und stabile Rahmenbedingungen gegeben sein, da nur so die entsprechenden Strukturen aufgebaut und die erheblichen Investitionsbedarfe finanziert werden können. Wichtigstes Ziel muss es dabei sein, die durchschnittlichen Stromgestehungskosten für Offshore-Windenergie zu senken."

Dr. Bernhard Lange (Fraunhofer IWES)

studierte Physik an den Universitäten Konstanz, Edinburgh und Oldenburg. Er ist Leiter der Abteilung Energiemeteorologie und Systemintegration des Fraunhofer IWES.

"In 2020 wird die Offshore-Windenergie bereits einen wichtigen Anteil der Stromversorgung Deutschlands beitragen. Die größten Herausforderungen werden dabei die Reduzierung der Stromgestehungskosten und die Integration des offshore erzeugten Stroms in das Energieversorgungssystem sein. Hierbei spielt Forschung eine Schlüsselrolle. Erfahrungen und Ergebnisse, die z. B. durch die RAVE-Forschung im Windpark alpha ventus erzielt wurden, werden benutzt, um die Offshoretechnik in Bezug auf Zuverlässigkeit, Wirtschaftlichkeit und Systemkompatibilität zu optimieren. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie ist dazu unabdingbar. Nur so kann die technologische Entwicklung bei Planung, Design, Bau und Betrieb von Offshore-Windenergieanlagen und –Windparks zügig vorankommen, damit bis 2020 ein bedeutender technologischer Fortschritt erreicht werden kann. Die Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung wird entscheidend dafür sein, ob die Industrie und Forschung in Europa und Deutschland ihre Spitzenplätze behalten können."

 

 

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Adressen

Anlagentechnik
BSH

Grundlagen- und ökologische Begleitforschung
Fraunhofer IEE

Netzintegration und Gesamtkoordination
Leibniz Universität Hannover, FI

Konferenz

RAVE International Conference
May 8 – 10, 2012
Bremerhaven, Germany
www.rave2012.de

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RAVE Online

Das Portal der Forschungsinitiative RAVE gibt einen Überblick über sämtliche Themen in Form von Infoblättern, einer Dokumentation mit Aufnahmen von alpha ventus, Forschungsprojekten und 3-D-Animationen an.

Auch das Testfeld alpha ventus ist im Netz vertreten. Dort findet man einen Überblick über Bau und Betrieb des Testfelds sowie Neuigkeiten.

Forschungsförderung

Das Informationssystem EnArgus bietet Angaben zur Forschungsförderung, so auch zu diesen Projekten:

0325002 A-D
0325093
0325170 A-B
0327551
0327564 A-E und G
0327577
0327585
0327618
0327618 A
0327642 A
0327648
0327686 A
0329924 B-C und F
03KP204 A-D