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Ausblick

Am 27. April 2010 wurde mit der Inbetriebnahme der 12 Anlagen von alpha ventus die Offshore-Windenergienutzung in Deutschland Realität. Weitere, kommerzielle Windparks sind derzeit in Bau bzw. die Planungen stehen kurz vor dem Abschluss. Der Strom aus dem Wind wird damit immer mehr zu einer wesentlichen Säule der erneuerbaren Energiezukunft Deutschlands.

Als Pionierprojekt hatte alpha ventus zuerst organisatorische und juristische Schwierigkeiten zu lösen. Viele technologische Herausforderungen kamen hinzu. Es benötigte einige Monate, bis alle Fragen geklärt waren und das Trägerkonsortium die eigentlichen Arbeiten starten konnte. Auch bei der Zusammenarbeit mit den Zertifizierungs- und Genehmigungsinstitutionen wurde Neuland betreten und grundlegende Regelungen mussten in diesem Pilotverfahren erst einmal entwickelt werden. Ein gravierendes Problem lag im Bereich der maritimen Logistik. Hafen- und Transportkapazitäten sowie Schwimmkräne für derartige Schwerlasten standen noch nicht im ausreichenden Maß zur Verfügung. Letztendlich fiel die Errichtung des Testfelds in eine konjunkturelle Boomphase, was auch zu Zeitverzögerungen, u. a. in der Belieferung, und Zusatzkosten beigetragen hat. Die bei alpha ventus noch aufgetretenen Reibungsverluste, die bisher unzureichende Netzinfrastruktur und die Lücken in der Logistik sind identifiziert und werden für kommende Windparkprojekte optimiert. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass Offshore-Windparks keine Landanlagen mit nassen Fundamenten sind, sondern ein eigenes, neues und technisch sehr anspruchsvolles Einsatzgebiet.

Das wissenschaftliche Begleitprojekt RAVE musste sich zwangsläufig in diese Rahmenbedingungen einfügen. Für die kommenden Jahre liegt ein Schwerpunkt auf der weiteren technologischen Optimierung der Technik. Jede kleine Effizienzsteigerung und Senkung der spezifischen Investitionskosten wird bei den bis 2030 zu erwartenden 5.000 Anlagen in deutschen Gewässern in der Summe große Effekte erzielen. Herausragende Themenfelder sind die Erprobung neuer Tragstrukturen und die Optimierung der bisherigen, die Weiterentwicklung der Simulationsinstrumente, verbesserte Ertragsprognosen unter Berücksichtigung der sogenannten Parkeffekte sowie die Erforschung neuer Materialien und Antikorrosionsstrategien. Auch die Weiterentwicklung der Wind-Fernmessmethoden und die Natur- und Umweltverträglichkeit bleiben Themen der Forschung.

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Adressen

Anlagentechnik
BSH

Grundlagen- und ökologische Begleitforschung
Fraunhofer IEE

Netzintegration und Gesamtkoordination
Leibniz Universität Hannover, FI

Konferenz

RAVE International Conference
May 8 – 10, 2012
Bremerhaven, Germany
www.rave2012.de

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Filme

Ein 16-minütiger Film in deutscher und in englischer Sprache via youtube.

RAVE Online

Das Portal der Forschungsinitiative RAVE gibt einen Überblick über sämtliche Themen in Form von Infoblättern, einer Dokumentation mit Aufnahmen von alpha ventus, Forschungsprojekten und 3-D-Animationen an.

Auch das Testfeld alpha ventus ist im Netz vertreten. Dort findet man einen Überblick über Bau und Betrieb des Testfelds sowie Neuigkeiten.

Forschungsförderung

Das Informationssystem EnArgus bietet Angaben zur Forschungsförderung, so auch zu diesen Projekten:

0325002 A-D
0325093
0325170 A-B
0327551
0327564 A-E und G
0327577
0327585
0327618
0327618 A
0327642 A
0327648
0327686 A
0329924 B-C und F
03KP204 A-D