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Grundlagenforschung und Stresstest
Themeninfo I/2012
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RAVE - Forschen am Offshore-Testfeld

Hoch, weit, tief und rau – so beschreibt die Forschungsinitiative RAVE selbst die typischen Herausforderungen der Offshore-Windenergie. In Deutschland werden weit draußen vor der Küste in den nächsten Jahren Dutzende großer Windparks in Nord- und Ostsee entstehen, die 2020 bereits mehr als ein Drittel der installierten Windenergieleistung ausmachen sollen. Damit leisten die seegestützten Windparks dann einen zentralen Beitrag zu den von der deutschen Energiepolitik für 2020 angestrebten 35% Strom aus erneuerbaren Energien.

Dies bedeutet etwa eine Verdopplung gegenüber 2011. Da die küstennahen Meeresgebiete Deutschlands fast durchgängig als Naturschutzgebiete ausgewiesen sind, kommen für eine Offshore-Windenergienutzung nur Gebiete in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) in Betracht, d. h. seewärts der 12-Meilen-Zone. Damit liegen diese Windparks im Vergleich zu unseren europäischen Nachbarn weiter entfernt von der Küste und in größeren Wassertiefen.

Auch wenn die Windenergie an Land die vorhandenen Möglichkeiten noch längst nicht ausgeschöpft hat (z. B. Repowering), bietet das Einsatzgebiet Offshore neue interessante Perspektiven für die Stromerzeugung. Hier herrschen ganzjährig höhere Windgeschwindigkeiten als über Land und die Turbulenzen fallen geringer aus. Auf See sind auch keine Höhenbeschränkungen der Anlagen notwendig. Dem stehen aber höhere Investitions- und Betriebskosten gegenüber. Auch Wartung und Reparatur der Anlagen sind deutlich aufwendiger als an Land.

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Technologisch ist das Einsatzgebiet Offshore eine Herausforderung. Die Anlagen müssen speziell angepasst werden, um starken Stürmen und Gewittern, dem Zusammenspiel von Wind- und Wellenenergie und der salzhaltigen Atmosphäre standhalten zu können. Es kommt hinzu, dass die Parks verträglich für das Meeresökosystem sein müssen. Seit mehr als 10 Jahren werden daher die technologischen, marinen und ökologischen Grundlagen erforscht, um die benötigten Langzeitdaten zur Technologie und zum Schutz der Natur zu ermitteln. Deutschland betreibt dazu beispielsweise mitten in Nord- und Ostsee drei automatische Forschungsplattformen, die FINO 1 – 3. Im April 2010 folgte der nächste Schritt: Das deutsche Offshore-Testfeld "alpha ventus" ging mit 12 Anlagen in Betrieb. Im Jahr 2011 wurden dort 267 Mio. kWh Windstrom produziert. Im Rahmen der angewandten Forschung werden hier unter der bereits erwähnten Bezeichnung RAVE vor allem betriebsrelevante Forschungsprojekte durchgeführt. Wir geben im Folgenden einen Einblick in die ersten Ergebnisse der Forschungsinitiative.

Merkzettel

Adressen

Anlagentechnik
Adresse

Grundlagen- und ökologische Begleitforschung
BSH

Netzintegration und Gesamtkoordination
Fraunhofer IWES

Gesellschaftliche Akzeptanz
Universität Halle-Wittenberg, PSYCH

Konferenz

RAVE International Conference
May 8 – 10, 2012
Bremerhaven, Germany
www.rave2012.de

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Filme

Ein 16-minütiger Film in deutscher und in englischer Sprache via youtube.

RAVE Online

Das Portal der Forschungsinitiative RAVE gibt einen Überblick über sämtliche Themen in Form von Infoblättern, einer Dokumentation mit Aufnahmen von alpha ventus, Forschungsprojekten und 3-D-Animationen an.

Auch das Testfeld alpha ventus ist im Netz vertreten. Dort findet man einen Überblick über Bau und Betrieb des Testfelds sowie Neuigkeiten.

Forschungsförderung

Das Informationssystem EnArgus bietet Angaben zur Forschungsförderung, so auch zu diesen Projekten:

0325002 A-D
0325093
0325170 A-B
0327551
0327564 A-E und G
0327577
0327585
0327618
0327618 A
0327642 A
0327648
0327686 A
0329924 B-C und F
03KP204 A-D