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Ausblick

Die geologischen Voraussetzungen für den Bau von CAES-Kraftwerken sind in Norddeutschland und auch in weiten Teilen Europas, etwa in den Niederlanden, Großbritannien und Spanien, günstig. An vielen Küsten- und Bergstandorten, wo der Wind kräftig bläst, finden sich geeignete Salzstöcke. Vorteilhaft für Deutschland ist, dass diese Standorte dort liegen, wo die Potenziale für den zukünftigen Ausbau der Windenergie liegen: Auf See, d.h. vor den deutschen Küsten.

Mit ihren unterirdischen Kavernen haben die Anlagen einen kleinen Flächenverbrauch und nur geringe Einflüsse auf die Umwelt. CAES-Kraftwerke sind ähnlich flexibel wie Pumpspeicherkraftwerke. Wenige Minuten nach dem Hochfahren steht die volle Leistung zur Verfügung. Die Druckluftspeicher decken über begrenzte Zeiträume den kurzfristigen Reservebedarf, die Minutenreserve und die Regelleistung, die aufgrund der Prognoseungenauigkeiten der Windstromeinspeisung benötigt werden. Dies reduziert den Bedarf an fossilen Reservekraftwerken und an zusätzlicher Netzkapazität. Bei Netzüberlastung müssen Windenergieanlagen nicht abschalten und bei einem Überangebot elektrischer Energie veredelt die Speichertechnologie Grundlaststrom zu Spitzenlaststrom. Damit lassen sich die schwankenden Strompreise auf dem liberalisierten Strommarkt gewinnbringend nutzen.

Speicherkraftwerke können nicht den kompletten Bedarf an Reserve-Kraftwerken ersetzen. In einem Gesamtkonzept reduzieren sie den notwendigen Netzausbau und teilen sich die Spitzenlastversorgung mit schnell regelbaren Gas-Kraftwerken.

Die Netzoptimierung wird nicht zuletzt durch ein effektiveres Verbrauchsmanagement komplettiert, mit dem Lastschwankungen nicht nur auf der Angebots-, sondern auch auf der Nachfrageseite geregelt werden. Die Speichertechnologie kann auch mit Offshore-Windparks kombiniert werden. Faszinierend erscheint die Idee, mit einer gemeinsamen Infrastruktur Schwachgasvorkommen unter der Nordsee zu nutzen. Inwieweit dies technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, ist noch nicht abschließend geklärt. CAES-Kraftwerke werden derzeit weltweit konzipiert, allein in den USA sind 10 Anlagen in Planung. Auch an der deutschen Nordseeküste soll bis 2011 ein CAES-Kraftwerk des Energieversorgers EnBW in Betrieb gehen. Zunächst noch konventionell mit Gas befeuert, wird es als Forschungsobjekt für die effizientere Speichertechnik mit Wärmespeicher dienen, die in einer zweiten Phase realisiert werden soll. Rund 20 Unternehmen und Institute arbeiteten an dieser AA-CAES-Technologie im Rahmen des EU-geförderten Projekts „Advanced Adiabatic – Compressed Air Energy Storage“. Industriell einsetzbare Anlagen werden bis etwa 2015 erwartet.

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Projektkoordination
IAEW der RWTH Aachen

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