.

Rüdiger Grimm
© geoENERGIE Konzept GmbH

Peter Hubacher
© Hubacher Engineering
10 / 12

Im Portrait: Fachplaner aus Deutschland und der Schweiz berichten

Rüdiger Grimm

Geschäftsführender Gesellschafter der im Januar 2007 gegründeten geoENERGIE Konzept GmbH – einem international tätigen Fachplanungsbüro für Erdwärme.

"In Deutschland werden gegenwärtig etwa 25.000 erdgekoppelte Wärmepumpen pro Jahr errichtet. Für einen effizienten und nachhaltigen Betrieb ist das reibungslose Zusammenspiel zwischen Haustechnik, Geoplaner und Bohrtechnik zwingend erforderlich – nur wenn es hier stimmt, wird das System eine entsprechend hohe Jahresarbeitszahl aufweisen. Bei einer Vielzahl von Anlagen sind jedoch die Betriebsdaten überhaupt nicht bekannt. Fehler aus Planung, Installation und Betrieb werden somit überhaupt nicht erkannt und es kann bei Problemfällen auch nur schwer gegengesteuert werden.
Einen wesentlichen Schwerpunkt in unserer täglichen Arbeit als Fachplaner für oberflächennahe Geothermie spielt daher die Beratung der Kunden bezüglich der frühzeitigen Implementierung eines Monitoringsystems. Dies kann in unterschiedlichen Bearbeitungstiefen geschehen und reicht von der simplen Erfassung des Wärme- und Strombedarfs zur Ermittlung einer Jahresarbeitszahl bis zum detaillierten Online-Monitoring mit Übertragung der Daten im Minutentakt.
In jedem Fall ist dabei festzuhalten, dass behördliche Auflagen in wasserrechtlichen Genehmigungsbescheiden wie beispielsweise die Übergabe von Jahresbilanzen oder die regelmäßige Messung von Untergrundtemperaturen keine überzogenen Forderungen darstellen, sondern letztlich zum Nutzen des Betreibers sind."

Peter Hubacher

Inhaber des Ingenieurbüros Hubacher Engineering im schweizerischen Engelburg.

"Trotz intensiver Forschung ist die Effizienz der Wärmepumpenanlagen noch nicht auf dem gewünschten Niveau. In der Schweiz wird seit über 16 Jahren Feldmonitoring durchgeführt. Die Forscher entschieden sich zu Beginn für ein einfaches Erfassungssystem, um mit dem Budget ein möglichst großes Anlagenspektrum erfassen zu können. Das Monitoring bei Feldanlagen sollte die anfänglichen Wissenslücken schließen. Dies hat sich gelohnt. Wurde doch gerade wegen der anfänglich sehr bescheidenen Resultate bezüglich der Effizienz von Kleinwärmepumpen ein Wettbewerb ausgelöst, der die Entwicklung von Wärmepumpen positiv beeinflusst hat. Lag die Jahresarbeitszahl JAZ anfänglich bei Luft/Wasser-Wärmepumpen bei ca. 2,6, kann man heute mit 3,0 und sogar höheren JAZ-Werten rechnen. Bei Sole/Wasser-Wärmepumpen ist der Wert von ca. 3,4 auf 4,0 – 4,5 gestiegen.
Durch das Feldmonitoring erhalten die Herstellerfirmen und Installateure eine Vielzahl von Erfahrungswerten und Betriebsinformationen, die bei der Stichprobengröße von rund 280 Anlagen auch statistisch gesichert sind. Die wichtigsten Punkte betreffen Mittelwerte über die JAZ, Auslastungsgrad, Störungsanfälligkeit, Betriebsverhalten und Laufzeiten, Wärmeproduktion und Elektrokonsum, aber auch geeignete hydraulische Systeme sowie Wartungs- und Unterhaltskosten. Dank solcher Forschungsprojekte können Fragen der Energiepolitik und des Stromkonsums samt Stromnetzbelastungen besser beantwortet werden."

Merkzettel

BINE-Abo

Publikation abonnieren

Adressen

Projektdurchführung
Fraunhofer ISE

Service

BINE-Themeninfo I/2013
(PDF, 20 Seiten, 3,2 MB)

Mehr von BINE

Mit Wärme kühlen
BINE-Projektinfo 07/2012

Weichenheizung mit Erdwärme
BINE-Projektinfo 12/10

Erdwärme für Bürogebäude nutzen
BINE-Projektinfo 07/10

Erdgekoppelte Wärmepumpen für Neubauten
BINE-Projektinfo 03/10

Wärmepumpen: Die Heiztechnik-Alternative
BasisEnergie Nr. 10

Forschungsförderung

Das Informationssystem EnArgus bietet Angaben zur Forschungsförderung, so auch zu diesen Projekten:

0327401 A
0327393 B
0327841 A-B