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Christoph Sprengard
© FIW München

Florian Lichtblau
© Lichtblau Architekten BDA
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Im Portrait: Der Prüfingenieur und der Architekt

Zwei Expertenmeinungen

Christoph Sprengard

Abteilung Bauphysik und Bauteile beim FIW München, Messungen und Berechnungen an VIP sowie Prüfungen für die allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen im Auftrag der Hersteller, beteiligt an Forschungsprojekten zur Optimierung von VIP.

"Das FIW München begleitet seit vielen Jahren die Hersteller von VIP bei der Entwicklung neuer Produkte. Wir messen und berechnen die wärmetechnischen und mechanischen Eigenschaften der Produkte im Rahmen der Prüfungen für die allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen. Alleine die Tatsache, dass es allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen gibt, zeigt, dass die VIP mittlerweile dem Versuchsstadium entwachsen sind. Neuere Entwicklungen zeigen zuverlässig niedrige Wärmeleitfähigkeiten nach der Herstellung. Diese ändern sich auch mit dem derzeit angewendeten Schnellalterungsverfahren nur wenig, was auf eine gute Dauerhaltbarkeit der Paneele im eingebauten Zustand schließen lässt. Der Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit konnte so in den letzten Jahren kontinuierlich gesenkt werden, und liegt jetzt bei den meisten Herstellern bei 0,007 W/(mK). Selbst wenn ein Paneel ausfällt und belüftet wird, kann noch mit 0,020 W/(mK) gerechnet werden, was für den Mindestwärmeschutz ausreicht. Tauwasserausfall und Schimmelbildung, an Wänden und Decken hinter belüfteten Paneelen sind somit nicht zu erwarten. Wärmeleitfähigkeit und mechanische Eigenschaften der zugelassenen Paneele werden durch regelmäßige Fremdüberwachung geprüft, was zur Sicherstellung des Qualitätsniveaus der Paneele beiträgt."

Florian Lichtblau

führt mit Bruder Wendelin das Büro Lichtblau Architekten BDA, das sich seit über 20 Jahren mit Praxis, Forschung und Lehre für zukunftsfähiges Bauen auseinandersetzt.

„Zum gemeinsamen Bürostart 1987 hatten wir uns ein gewagtes Lichtdach mit transluzenter Wärmedämmung (TWD) übergestülpt, das Experiment unbeschadet überstanden und in Folge viele weitere neue ‚Bausteine’ aufgespürt und angestoßen, so auch die Vakuumdämmung. Bereits 1998 hatten wir eine Anfrage des ZAE Bayern auf dem Tisch, ob wir das Forschungsvorhaben nicht mit 2 Prototypen begleiten. Wir wollten. Seither haben wir kaum ein Projekt ohne neue VIP-Details realisiert. Als verantwortliche Planer treffen wir stets konstruktive Vorkehrungen für einen reversiblen Einbau der Elemente. Je handwerklicher und einfacher das Bauteil, desto schneller und kostengünstiger lassen sich schadhafte VIP bei Bedarf ersetzen. Für die Zukunft rechnen wir mit einem enormen Entwicklungspotenzial, insbesondere bei aktuellen Forschungsbeteiligungen im Bereich industriell vorgefertigter Modulfassaden für hocheffiziente Gebäudesanierung. In Verbindung mit Holzkonstruktion, Vakuumverglasung und der Integration von Solartechnik etc. erahnen wir die Entwicklung von spannenden Konzepten als Teil einer zukunftsfähigen Neugestaltung im Gebäudebestand. Wir nennen das 'die zweite Chance für Architektur'.“

Merkzettel

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