.

Abb. 01: Dieses Mini-Gebäude mit einer in die Sandwich-Konstruktion integrierten Vakuumdämmung zeigt den möglichen Flächengewinn: Bei nur 75 m³ umbautem Raum wären mit einer gewöhnlichen Wärmedämmung bei gleichem Wärmeschutz nur 17 m² statt 25 m² nutzbar.
© Dipl.-Ing. Manuela Skorka, Neuried

Abb. 02: Zeitl. Entwicklung des Heizenergiebedarfs und der Dämmstoffdicke
© RUBIN / Ruhr-Universität Bochum
2 / 17

Den Wärmeschutz verbessern

Ein gut gedämmtes Gebäude bietet Wohnkomfort und geringe Energiekosten. Wenn jedoch steigende Ansprüche beim Wärmeschutz zu immer dickeren Wandaufbauten führen, mag nicht mehr jeder Bauherr mitziehen. Verständlicherweise, denn den Platz dafür hat er in der Regel teuer bezahlt. Die neuen, hochdämmenden Vakuumisolationspaneele bieten hier eine neue Perspektive.

Seit 1977 infolge der Ölpreiskrise die erste Wärmeschutzverordnung eingeführt wurde, steigen die dämmtechnischen Anforderungen an die Gebäudehülle kontinuierlich. Waren bei der Novelle der WSVO 1995 für Architekten und Handwerker noch Dämmstärken von 8 cm an der Fassade ungewohnt, sind heute bei Neubauten doppelt so dicke Dämmpakete fast schon eine Selbstverständlichkeit. Und die Messlatte wird höher gelegt. Mit dem Ziel der Europäischen Union, bis 2020 Neubauten mit annähernd Nullenergiestandard einzuführen, wachsen auch die Anforderungen an den Wärmeschutz – und die Stärke der dafür notwendigen Dämmung. Für einen solchen Standard könnten bei konventionellen Dämmstoffen aus Mineralfasern, Polystyrol, Polyurethan, Schaumglas oder Zellulose Stärken von bis zu 40 cm nötig werden. Das erfordert Raum, welcher grundsätzlich teuer und im Sanierungsfall oftmals gar nicht vorhanden ist.

Die aus energetischen Gründen angestrebten Dämmwerte sind also in der Praxis nicht immer so einfach zu verwirklichen. Insbesondere bei der Altbaumodernisierung führt eine nachträgliche Dämmung oft zu geometrischen Problemen oder unschönen gestalterischen Auswirkungen. Beispielsweise kann der Dachüberstand für den vorgesehenen Aufbau nicht ausreichen oder die Dämmschicht bewirkt tiefe Fensteröffnungen mit ungünstigem Lichteinfall und eingeengtem Sichtfeld – dem sogenannten Schießscharteneffekt. Grenzt die Fassade direkt an einen Gehweg, kann eine nachträgliche Dämmung in der Regel nicht beliebig dick überstehen. Und im Falle einer Innendämmung soll möglichst wenig Wohnraum verloren gehen.

Hocheffiziente Dämmstoffe und Komponenten bieten hier platzsparende Lösungen, die außerdem neue technische und gestalterische Möglichkeiten eröffnen. Einen Ansatz bildet die Dämmung mit Vakuumisolationspaneelen. Diese flachen, evakuierten Platten wurden in den 70er Jahren für den Einsatz in Kühl- und Tiefkühlgeräten entwickelt und inzwischen an die Anforderungen der Baubranche angepasst. Bei richtiger Planung und umsichtiger Verarbeitung ermöglichen sie mit einem schlanken Aufbau einen sehr guten Dämmwert.

Merkzettel

Mehr von BINE

Neuer Fensterrahmen
BINE Projektinfo 09/2009

Gebäude sanieren - hochdämmende Großelemente
BINE Projektinfo 04/2008

Vakuumverglasung
BINE Projektinfo 01/2008

Vakuumgedämmte Fertigteile
BINE Projektinfo 09/2007

Gebäude sanieren - Kindertagesstätte
BINE Projektinfo 10/2006

Gebäude sanieren - Gemeindezentrum
BINE Projektinfo 08/2006