Abb. 29: Energieverbrauch, baulicher Zustand und eine ungünstige Erschließung machten eine Sanierung erforderlich.
© IGEL, Wismar

Abb. 30: Hinter den blauen keramischen Platten befindet sich eine Vakuumdämmung.
© IGEL, Wismar
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Aus der Praxis III: Sanierung einer Kindertagesstätte

Bei der Sanierung einer Kindertagesstätte in Plattenbauweise, einem vom BMWi geförderten Forschungsprojekt, boten sich die fensterlosen Giebelseiten für den Einsatz einer VIP-Dämmung an – eine der ersten großflächigen Anwendungen in der Sanierung. Dabei wurden zwei verschiedene Systeme erprobt und verglichen. Auf der Westfassade wurden von einem kommerziellen Anbieter VIP in ein marktübliches Wärmedämmverbundsystem integriert (2 cm Vakuumdämmung mit insgesamt 3 cm PS-Kaschierung). Mit diesem Ansatz konnte der U-Wert von ursprünglich 1,25 W/(m²K) auf 0,18 W/(m²K) verbessert werden. Für die Ostfassade wurden vorgefertigte VIP-Fassadenelemente neu entwickelt, die einen Austausch eventuell ausgefallener oder beschädigter VIP ermöglichen sollten. Vier VIP wurden dabei jeweils durch eine hochfeste keramische Platte auf der Außenseite geschützt. Aufgrund von Wärmebrücken in dieser Konstruktion wurde der U-Wert der Wand so (rechnerisch) lediglich auf 0,34 W/(m²K) gesenkt.

Im Rahmen des Projektes VIP-PROVE wurden die beiden Ausführungsformen hinsichtlich der Praxistauglichkeit und der Dauerhaftigkeit geprüft. Die neu entwickelten Elemente auf der Ostseite des Gebäudes erwiesen sich als noch nicht ausgereift. Neben einigen belüfteten VIP (ca. 5%) zeichneten sich in den Thermografieaufnahmen insbesondere die thermischen Schwachstellen an den Stoßstellen der Fassadenelemente ab. Deutlich weniger stark ausgeprägt sind die Wärmebrücken bei dem System auf der Westfassade. Zwei Paneele und drei kleinere Passstücke an einer Hauskante wurden in den Aufnahmen von 2006 als belüftet identifizieren. Die drei Jahre später wiederholten Untersuchungen weisen keine weiteren als auffällig aus.