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Projektinfos  – Energieforschung konkret

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Trotz stetigem Wachstum der Wirtschafts- und Wissenschaftsstadt Berlin-Adlersdorf soll ein neues Energiekonzept den Primärenergieverbrauch bis 2020 um 30 Prozent senken.
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Energiekonzept für Gewerbestandort
Projektinfo 14/2013

Luftaufnahme der Wirtschafts- und Wissenschaftsstadt Berlin-Adlershof im Mai 2011.
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Karte des Projektgebiets mit seinen Teilflächen und unterschiedlichen Nutzungen.
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Quartierssteckbrief Adlershof
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Projektfahrplan
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Technologiestandort wächst energieeffizient

Der Energiebedarf der Wirtschafts- und Wissenschaftsstadt Berlin-Adlershof würde sich bei Trendfortschreibung durch Verdichtung und Neuansiedlung bis 2020 etwa verdoppeln. Die Umsetzung eines Energiekonzepts soll 30% an Primärenergie einsparen. Konzeptionelle Schwerpunkte sind die energetische Verbesserung und Vernetzung von Gebäuden, Anlagen und Prozessen, die Nutzung von Abwärme, eine effiziente Strom- und Wärmeversorgung sowie ein technisches und nichttechnisches Energiemanagement.

Am Technologiestandort Adlershof haben sich bisher rund 950 Unternehmen und 16 wissenschaftliche Einrichtungen niedergelassen. Dazu gehören sechs Institute der Humboldt-Universität mit rund 7.800 Studenten und 1.000 Mitarbeitern. Insgesamt wohnen, arbeiten und studieren in Adlershof aktuell ca. 23.000 Menschen. Einige Ansiedlungen haben einen sehr hohen Energiebedarf, zum Beispiel der Berliner Elektronenspeicherring (BESSY) oder der Medienstandort „Mediacity“.

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Das Projektziel – Senkung des für 2020 prognostizierten Primärenergieverbrauchs um 30% – soll über Einsparungen im Bestand, durch konzeptionelle Voraussetzungen für Energiehybridsysteme, d. h. kombinierte energieträgerübergreifende Strukturen, sowie über dezentrale Versorgungslösungen erreicht werden. Das schließt die mit den Versorgern abgestimmte Vorplanung einer medienübergreifenden Energieinfrastruktur für die noch zu bebauenden Flächen ein. Denn das Hauptproblem ist: Für 120 ha des Projektgebiets – die sogenannten Entwicklungs- und Erweiterungsflächen – sind die konkreten Nutzer noch nicht bekannt. Deshalb werden mit dem Energiekonzept auch Instrumente entwickelt, die eine integrale Planung für das Projektgebiet unter unklaren Randbedingungen ermöglichen. Sie könnten auf weitere Stadtentwicklungsgebiete Berlins wie die Flächen der Flughäfen Tegel, der voraussichtlich 2014 geschlossen wird, und Tempelhof sowie auf andere Industrie- und Gewerbestandorte übertragen werden.

Energetische Ausgangssituation, Feinanalyse

Das Energiekonzept für den Standort Adlershof wird derzeit im Rahmen eines Pilotprojekts der Forschungsinitiative „Energieeffiziente Stadt“ (EnEff:Stadt) von der WISTA Management, einer Gesellschaft des Landes Berlin, erarbeitet. Grundlage dafür ist eine im Jahr 2012 abgeschlossene energetische Bestandsaufnahme und Feinanalyse des Gebiets. Etwa die Hälfte der rund 450 Gebäude in Adlershof wurde vor 1989 gebaut. Ein Schwerpunkt der Neubebauung liegt − beginnend ab 1994 − in Gebäuden nach Wärmeschutzverordnung 1995. Die Blockheizkraftwerks-Träger- und Betreibergesellschaft mbH Berlin (BTB) versorgt die Mehrzahl der Liegenschaften mit Strom; eine Reihe energieintensiver Verbraucher sind jedoch direkt an das Netz des Grundversorgers Vattenfall angeschlossen (BESSY II, Humboldt-Universität, Physikalisch-Technische Bundesanstalt). Die Wärmeversorgung erfolgt überwiegend aus einem Blockheizkraftwerk der BTB, das in das Fernwärmenetz Berlin-Südost einspeist. Der Primärenergiefaktor fp der BTB-Fernwärmeversorgung beträgt aktuell 0,161.

Das Besondere am Projekt Adlershof ist die inzwischen breite Datenbasis für das Energiekonzept eines Gewerbestandorts. Die Forscher ermittelten Daten zur Bebauung und Gebäudenutzung, zur Versorgungsinfrastruktur sowie zum Energiebedarf. Damit erstellten sie Prognosen für den End- und Primärenergieeinsatz im Jahr 2020, dem möglichen Zeitpunkt der vollständigen baulichen Auslastung. Alle Daten sind in einer Datenbank, dem „Energiekataster Adlershof“ (EKA) gesammelt. Auf dieser Grundlage wurde eine Vielzahl von Effizienzmaßnahmen erarbeitet und bewertet, u. a. zum Einsatz von Speichertechnologien oder für die Gebäudeeffizienz. Bewertungskriterien waren die Primärenergie-Relevanz, die technische Machbarkeit und Skalierbarkeit sowie Wirtschaftlichkeit und Akzeptanz. Nun sollen standortbezogene Effizienz-Szenarien erstellt und umgesetzt werden.

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Adressen

Gesamt-Projektleitung, Teilprojekt „Planung, Partizipation und Umsetzungsszenarien“
WISTA Management GmbH

Teilprojekt „Wärmeverbundnetz Wohnen am Campus“
BTB Berlin

Teilprojekt „Effizienztechnologien“
TU Berlin, IET

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