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Projektinfos  – Energieforschung konkret

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Ansicht des ersten Kollektorfeldes im Zentrum des neuen Wohngebiets am „Alten Schlachthof“ in Speyer. In die Wärmeversorgung wurde eine Solaranlage mit Mehrtagesspeicher integriert.
© ZfS – Rationelle Energietechnik GmbH, Hilden
Nahwärmenetze wichtige Option für Neubaugebiete
Projektinfo 11/2006
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Solare Nahwärme - Neubausiedlung Speyer

Neben einem attraktiven Wohnumfeld, hochwertiger Bauausführung und überschaubaren Investitionen sind zukunftssichere Betriebskosten eine entscheidende Kundenanforderung an den Wohnungsneubau. Für die Wärmeversorgung größerer Liegenschaften haben sich zentrale Nah- und Fernwärmesysteme seit langem bewährt. Wie auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofs in Speyer realisiert, lässt sich durch Integration einer solarthermischen Anlage die zur Versorgung notwendige fossile Energiemenge deutlich reduzieren.

In diesen solar unterstützten Nahwärmesystemen wird die von den Sonnenkollektoren gewonnene Wärme meist über das Solarnetz zur Heizzentrale in einen Solarspeicher transportiert und von dort aus über das Nahwärmenetz an die Gebäude verteilt. Die Kollektoren selbst sind in der Regel auf den Dächern der Gebäude montiert oder in die Dachkonstruktion integriert. In dem inzwischen ausgelaufenen Förderprogramm Solarthermie-2000 wurde die Funktionssicherheit und hohe Leistungsfähigkeit großer Solaranlagen zur Trinkwasservorwärmung mit spezifischen Erträgen von 450 bis 550 kWh pro m² Kollektorfläche bei durchschnittlichen Nutzwärmekosten von 0,13 € pro kWh erzeugter Solarwärme nachgewiesen. Bei diesen streng nach Wirtschaftlichkeitskriterien optimierten Vorwärmanlagen sind die solaren Deckungsanteile jedoch auslegungsbedingt gering. Sie liegen in der Regel unter 10% am Gesamtenergiebedarf für Warmwasser, Zirkulation und Raumheizung. Der solare Deckungsanteil kann gesteigert werden, wenn die Solaranlage auch die Raumheizung unterstützt.

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Mit dem Forschungsprogramm Solarthermie2000plus des BMU wird eine ausgewählte Zahl solarthermischer Pilot- und Demonstrationsanlagen gefördert. Es zielt ab auf höhere solare Deckungsanteile (> 10%) bei möglichst niedrigen solaren Nutzwärmekosten. In Speyer entstehen zurzeit 47 Reihenhäuser und 12 Doppelhäuser mit einer Gesamtwohnfläche von ca. 9.300 m². Als Modellvorhaben für kinder- und  familienfreundliches Bauen soll das Neubaugebiet den Bewohnern anspruchsvolle Architektur sowie ein innovatives Energie und Regenwasser-Nutzungskonzept bieten. Die Gebäude sind in Niedrigenergiebauweise ausgeführt. Zur Unterstützung der Wärmeversorgung wurde eine Solaranlage mit Mehrtagesspeicher in das Nahwärmenetz des Baugebietes integriert. Durch diese Maßnahmen sollen die Vorgaben der EnEV um mindestens 15% unterschritten werden. Erste Messergebnisse liegen vor; Auslegung und Betrieb des Solarsystems werden optimiert. Der Endausbau mit Installation eines weiteren Kollektorfeldes ist für 2007 geplant.

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Adressen

Wissenschaftlich-technische Programmbegleitung
ZfS - Rationelle Energietechnik GmbH

Bauträger
GE-WO

Technische Betreuung der Solaranlage
TDG

Energiekonzept und Planung
STZ-EGS

Downloads

Projektbericht
(GEWO, 5 S., 182 kB)

Zwischenbericht
(ZfS, 29 S., 586 kB)

Hinweis

Dieses Projektinfo ist derzeit vergriffen, als PDF-Download jedoch verfügbar