.
10 / 10

Fazit

Die Weltmeere bieten mit ihren Strömungen, Wellen und Temperaturunterschieden ein gewaltiges Energiepotenzial. In zahlreichen Ländern könnte Meeresenergie eine wichtige Säule der Energieversorgung werden. Wie das Seaflow-Projekt zeigt, haben Meeresströmungs- Kraftwerke besonderen Charme. Die Unterwasseranlagen verursachen nur geringe Konflikte bei der Standortwahl. Die Turbinen arbeiten lautlos und stören das Landschaftsbild kaum. Zudem sind sie zuverlässige Energielieferanten. Anders als bei Wind- oder Wellenkraftwerken wird der Ertrag nur unwesentlich von der Wetterlage beeinflusst. Bewährt hat sich auch die Gründung auf einem Monopile und der Hebemechanismus, der eine Wartung oberhalb der Wasseroberfläche erlaubt.

Ideale Wassertiefen liegen bei 15 bis 20 Metern mit Fließgeschwindigkeiten von 2 bis 3 Metern pro Sekunde – Bedingungen, die an deutschen Küsten kaum zu finden sind. Großbritannien könnte aber 10 bis 20 Prozent seines Strombedarfs mit der Energie von Meeresströmungen decken. Obwohl bisher noch keine systematische Standortuntersuchung vorliegt, sind in Europa über 100 geeignete Standorte mit einem Potenzial von 12 Gigawatt bekannt.

Bis zur kommerziellen Stromerzeugung mit Meeresströmungsturbinen ist jedoch noch ein weiter Weg. Zahlreiche Detaillösungen des Triebstranges, der Netzanbindung und der Gründung müssen noch optimiert werden. Während die Pilotanlage für eine Nennleistung von 300 kW ausgelegt wurde, sollen künftige Anlagen mit zwei Rotoren eine Gesamtleistung von 1,2 Megawatt erreichen. Ein Prototyp soll bis Ende 2006 in Betrieb gehen (SeaGen Projekt). Nach weiteren Zwischenschritten erhoffen sich die Projektpartner eine installierte Leistung von 100 MW bis zum Jahr 2013. Bei einer Serienfertigung werden Stromgestehungskosten zwischen 5 und 10 Cent je kWh erwartet. Durch die Kombination von Meeresenergieanlagen mit Offshore-Windparks könnten erhebliche Synergiepotenziale beispielsweise durch eine gemeinsame Netzanbindung ausgeschöpft werden.

Merkzettel

BINE-Abo

Publikation abonnieren

Adressen

Projektleitung
ISET, Uni Kassel

Kooperationspartner
LTi ReEnergy GmbH