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Ausblick

Ende September 2010 hat die Bundesregierung ein neues Energiekonzept veröffentlicht: Deutschland soll in Zukunft, bei wettbewerbsfähigen Energiepreisen und hohem Wohlstandsniveau, eine der energieeffizientesten und umweltschonendsten Volkswirtschaften der Welt werden. Der Weg führt in ein Zeitalter der erneuerbaren Energien. Beim dynamischen Energiemix der Zukunft sollen diese den Hauptteil übernehmen und kontinuierlich fossile Energieträger ersetzen, die bei Strom als Brückentechnologie und als ein Teil der Regel- und Reserveenergie benötigt werden. Dieser Ausbau der Erneuerbaren setzt eine gesteigerte Energieeffizienz voraus (Ziel: 2,1% pro Jahr). Im Energiekonzept wurde auch ein neues Energieforschungsprogramm angekündigt, das eine energietechnologische Perspektive für 2020 geben soll. Das Programm wird 2011 erscheinen und auch die Forschungsthemen im Bereich Kraftwerkstechnologien einbeziehen.

In diesem Kontext müssen sich fossil befeuerte Kraftwerke durch höchste Effizienz, möglichst niedrige CO2-Emissionen, schnelle Lastwechsel und Brennstoffvariabilität (z. B. biogene Brennstoffe, Wasserstoff) auszeichnen. Die neuen Nickel-Basiswerkstoffe, die Membranforschung, verbesserte Simulationswerkzeuge und Polygenerationkonzepte sind Technologien, die Synergien zu anderen Branchen bieten. Bei den CCS-Technologien müssen die Wirtschaftlichkeit verbessert, die Energieverluste gesenkt und die großtechnische Anwendbarkeit nachgewiesen werden. Im Stromnetz bedarf es auch einer besseren Systemintegration aller Komponenten, besonders im Zusammenspiel mit Anlagen der erneuerbaren Energien und dezentralen Kleinkraftwerken. Ausbau und Optimierung der Netzinfrastruktur werden unabhängig vom künftigen Beitrag einzelner Energieträger benötigt und sind eine Voraussetzung für den Stromhandel, den verlustarmen Ferntransport und eine internationale Zusammenarbeit bei der Stromspeicherung. Intelligente Netze werden auch ein nachfrageseitiges Lastmanagement ermöglichen.

Deutschland ist ein wichtiger Exporteur von Kraftwerkstechnik. Auf dem Weltmarkt verfügt Deutschland mit hocheffizienten Kraftwerkstechnologien über gute Chancen. Der Strukturwandel des Energiesystems bedarf auch der gesellschaftlichen Akzeptanz. Sachliche Informationen über Chancen und Risiken einzelner Technologien sind eine Voraussetzung. Das neue Portal www.kraftwerkforschung.info wird hierzu einen Beitrag leisten.

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