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Abb. 1: Das Kollektorfeld auf der Nordseeinsel Norderney trotzt mit einer Stahlbau-Unterkonstruktion jeder Windlast. Auch der Korrosionsschutz ist dem Inselklima angepasst.
© ZfS – Rationelle Energietechnik GmbH
Praxistest auf Norderney
Projektinfo 12/2009
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Nahwärme solar nachrüsten

Bei Nahwärmenetzen liegen Wärme- und Warmwasserversorgung für eine Vielzahl von Verbrauchern in einer Hand. Ein Betreiber sorgt für den Brennstoffeinkauf, den störungsfreien Betrieb und die Instandhaltung der Wärmezentrale. Wichtiger als der Komfortgewinn für die Nutzer sind die technischen und ökonomischen Vorteile, die der Zusammenschluss zu einem Großabnehmer und die professionelle Betriebsführung bieten.

Es können Techniken eingesetzt werden, die für einzelne Verbraucher zu teuer oder zu groß sind. Kraft-Wärme-Kopplung, Verfeuerung von Hackschnitzeln und Abwärmenutzung sind hierfür Beispiele. Im Vergleich zu Einzelanlagen kann besser auf veränderte Rahmenbedingungen reagiert werden und Energiesparpotenziale lassen sich mit Modernisierungsmaßnahmen an zentraler Stelle kostengünstig realisieren. Für die Einbindung der Solarenergie bieten Nahwärmenetze besondere Chancen, denn die spezifischen Kosten pro m² Kollektorfläche sind günstiger als bei mehreren kleineren Solaranlagen auf jedem Einzelgebäude. Zudem können auch Gebäude, die sonst keine Möglichkeiten zur Solarnutzung haben, solar versorgt werden. Wie sich ein Solarsystem in ein bestehendes Nahwärmenetz nachrüsten lässt, zeigt eine Demonstrationsanlage auf der Nordseeinsel Norderney.

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Seit 2002 versorgt dort eine im Bauhof der Wirtschaftsbetriebe Norderney untergebrachte Heizzentrale Wohn- und Gewerbegebäude des Ortes. In den Rücklauf des Nahwärmenetzes „Gorch-Fock-Weg“ integrierte der Betreiber im Sommer 2007 eine Solaranlage. Geplant war, den Wärmebedarf der angeschlossenen Siedlung zu etwa 17% mit solarer Wärme zu decken.
Besonderen Wert legten die Planer auf ein möglichst einfaches Anlagenkonzept und eine klare Regelstrategie. Damit sollte eine hohe Verfügbarkeit und die Betriebssicherheit auch für die Zeit nach der intensiven Messphase gewährleistet werden. Ein spezielles Augenmerk wurde auch dem Inselklima gewidmet – schließlich soll die Anlage über Jahre hohen Windlasten und einem korrosiven Seeklima trotzen. Das Bundesumweltministerium förderte das Projekt im Rahmen des Forschungsprogramms Solarthermie2000plus. Jetzt liegen die Ergebnisse einer einjährigen Messphase vor.

Projektinfo 12/2009:
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