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Projektinfos  – Energieforschung konkret

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Der saisonale Heißwasserspeicher in der Bauphase.
© www.michaelvoit.de
Erste Betriebserfahrungen für solares Nahwärmesystem
Projektinfo 02/2011

Abb. 1: Die Kollektoren sind im Mittel um 18,5° geneigt und leicht nach Südosten ausgerichtet.
© ZAE Bayern
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Mit Sommersonne gegen Winterkälte

Die Bewohner der Siedlung am Olympiapark werden auch im Winter mit solarer Wärme für Heizung und Warmwasser beliefert. Dafür sorgt ein saisonaler Heißwasserspeicher im Zusammenspiel mit einer Wärmepumpe. Mit dem Fassungsvermögen des Erdriesen von 5,7 Millionen Litern könnte man knapp drei durchschnittliche, öffentliche Schwimmbecken füllen. Die Forscher vom Bayerischen Zentrum für Angewandte Energieforschung erreichten mit ihrem Heizungskonzept im Nahwärmenetz eine Rücklauftemperatur von nur 30 °C.

Die Stadt München wählte einen Teilabschnitt des neuen Stadtquartiers „Am Ackermannbogen“ aus, um dort ein solares Nahwärmesystem zur errichten. Die Bewohner leben entweder in einem der vier großen Wohnblocks oder in einem der acht kleineren Stadthäuser. Der Wärmedämmstandard der Gebäude entspricht den Anforderungen der aktuell gültigen EnEV 2009. Insgesamt versorgt die Nahwärmeanlage 30.400 Quadratmeter Geschossfläche mit Solarwärme und zusätzlich mit Heißwasser-Fernwärme der Stadtwerke München (SWM). Diese planten, bauten und betreiben im Auftrag der Stadt München das gesamte Wärmeversorgungssystem.

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Solare Wärme liefern 2.761 Quadratmeter Apertur-Kollektorfläche. Die Gebäude haben ein Unterdach, die Kollektoren sind als äußere Dachhaut darauf montiert. Diese Trennung war aus rechtlichen Gründen erforderlich: Das Unterdach gehört zum Gebäude, die Solaranlagen sind Eigentum der Stadtwerke München. Eine Mischung aus Wasser und Glykol transportiert die Energie über das in der Straße verlegte Solarsammelnetz in die Heizzentrale. Die Flüssigkeit fließt durch ein Rohrsystem, das gegenüber Standardrohren mit einer verstärkten Dämmung ausgestattet ist, um Wärmeverluste zur reduzieren. In der Zentrale erfolgt die Übergabe an den drucklosen Speicherkreis. Mit Simulationsrechnungen, technischen Eignungsprüfungen, aber auch Optimierungen im laufenden Betrieb begleiteten Wissenschaftler vom Bayerischen Zentrum für Angewandte Energieforschung (ZAE Bayern) und dem Steinbeis-Forschungsinstitut Solites das Projekt von 2004 an. Bisher wurde ein solarer Deckungsanteil von 45% erreicht.

Merkzettel

Adressen

Wissenschaftliche Begleitforschung
ZAE Bayern - Würzburg

Technisch-wirtschaftliche Projektbegleitung
Solites

Betreiber der Anlage
Stadtwerke München GmbH

Forschungsförderung

Das Informationssystem EnArgus bietet Angaben zur Forschungsförderung, so auch zu diesem Projekt.