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Ausblick

Aufgrund intensiver Forschung in den letzten beiden Jahrzehnten sind heute viele Phasenwechsel-Materialien bekannt, die sich für den Einsatz als Latentwärmespeicher eignen. Mehr als einhundert decken den Temperaturbereich von etwa -40 °C bis etwa 130 °C ab und sind am Markt verfügbar; einige dieser Materialien werden bereits seit mehr als 10 Jahren in unterschiedlichen Anwendungen erfolgreich eingesetzt. Die dabei verwendeten Kapseltechniken – Mikro- und Makroverkapselung – sind ebenfalls Stand der Technik. Es existiert hierzu ein anerkanntes Gütesiegel der RAL.

Abgesicherte Erfahrungswerte für die unterschiedlichen Anwendungen (Solarenergie- und Biomassenutzung, Kraft-Wärme-Kopplung) liegen bislang noch nicht ausreichend vor, sodass der Nutzen von Latentwärmespeichern jeweils im Detail nachgewiesen werden muss. Die Ergebnisse einiger Demonstrationsprojekte zeigen jedoch bereits, dass bei geeigneter Dimensionierung und Auslegung signifikante Energieeinsparungen und höhere Wirkungsgrade erreicht werden können. Baumaterialien, die mikroverkapselte PCM nutzen, sind mittlerweile in vielfältiger Form erhältlich. Beispiele sind Gips-Putze, Gips-Platten sowie Verbund-Materialien mit PCM. Erste Installationen in realen Gebäuden wurden 2004 durchgeführt. Vor allem Gips-Platten werden heute bereits in großem Maßstab kommerziell produziert und eingesetzt. Im Bereich der flüssigen Speichermedien (PCS) werden erste Demonstrationsvorhaben durchgeführt. Doch sind hier weitere Optimierungen und vor allem Untersuchungen zur Langzeitstabilität notwendig, um zu marktfähigen Produkten zu gelangen. Zur besseren Verbreitung und Akzeptanz dieser Materialien tragen anerkannte Planungswerkzeuge und Simulationsmodelle wesentlich bei. Denn der Vorteil dieser Materialien lässt sich quantifizieren und belegen.

Neben der materialbezogenen Forschung und Entwicklung wird es in den nächsten Jahren wichtig sein, weitere Erfahrungen in Demonstrationsprojekten zu sammeln und diese zu evaluieren. Die ersten Pilotanwendungen von PCM-Baumaterialien fanden bereits im Jahr 2004 statt, Energieeinsparungen und Komfortverbesserungen wurden seitdem nachgewiesen. Es ist deshalb damit zu rechnen, dass diese Materialien in wenigen Jahren als Stand der Technik akzeptiert werden. Die deutliche Steigerung der Energiekosten hat inzwischen weltweit – auch in den USA – zur Gründung neuer Firmen in diesem Marktbereich geführt.

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