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Abb. 25a: Das Imtech-Haus in Hamburg: Testobjekt für 50 PCM-Lüftungsmodule.
© Imtech

Abb. 25: Das Imtech-Haus in Hamburg.
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Aus der Praxis

Dezentrales PCM-Lüftungsgerät im Test

Für ein Demonstrationsprojekt wurden 50 Module des von der Firma Imtech entwickelten Lüftungs- und Kühlsystems mit einem PCM-Grafit-Verbundmaterial als Speichermedium in einem Verwaltungsgebäude installiert – jeweils ein Modul pro 7 m² Bürofläche. Dies entspricht einer PCM-Menge von 5 kg/m² und einer Speicherfähigkeit von 0,14 kWh/m². Vorausgehende Gebäudesimulationen ergaben, dass die installierten Module die operative Temperatur in normalen Sommern nahezu ständig unterhalb von 26 °C halten sollten. Die im März 2006 begonnenen Tests zeigten, dass das System in der Lage ist, die Raumluft um bis zu 5 K zu kühlen, bevor sie wieder dem Raum zugeführt wird. Dabei wurde eine maximale Kühlleistung von 300 W erreicht. Verglichen mit einem konventionellen System mit Kompressionskältemaschine liefert das neue System 82% der Kälte mit nur 5–7% des Stromverbrauchs. Es ermöglicht damit tagsüber eine energieeffiziente Raumkühlung mit Stromeinsparungen zwischen 60% und 90%. Die PCM-Lüftungsgeräte sind inklusive Kontrolleinheit seit 2007 am Markt verfügbar. Derzeit werden sie auf den Einsatz in Patienten- und Hotelzimmern angepasst.

Forschungsschwerpunkt LowEx

LowEx steht für »Niedrig-Exergie-Technologien«. Hier werden verschiedene innovative Systeme für Gebäude, Gebäudetechnik und Energieversorgung entwickelt, die eines gemeinsam haben: Sie kommen bei der Wärme- und Kälteerzeugung und bei der Wärme- und Kälteverteilung im Raum mit möglichst geringen Temperaturdifferenzen zur Raumtemperatur aus. Auf diese Weise können auch regenerative Energiequellen genutzt werden – wie die natürliche Kühle des Erdreichs oder des Grundwassers zum Kühlen sowie solare Wärme zum Heizen. LowEx ist ein Schwerpunkt der Forschungsinitiative „Energieoptimiertes Bauen“ (EnOB) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Weitere Informationen finden sich im Internet unter www.enob.info

RAL-Gütesiegel

Mit zunehmender Vermarktung der PCM-Technologie steigt die Bedeutung der Qualitätssicherung. Daher wurde im Jahr 2004 von mehreren deutschen Firmen die Gütegemeinschaft PCM e.V. gegründet und die Entwicklung geeigneter Verfahren zur Qualitätssicherung an das Bayerische Zentrum für Angewandte Energieforschung e.V. (ZAE Bayern) sowie das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE vergeben. Ziel ist es, die Qualität der Speichermaterialien selbst sowie von Objekten bzw. Systemen, die solche Speichermaterialien beinhalten, zu gewährleisten. Nach Abschluss der Arbeiten wurde im Juni 2008 das RAL-Gütezeichen erteilt. Die wesentlichen Gütekriterien sind die gespeicherte Wärmemenge als Funktion der Temperatur, die zyklische Wiederholbarkeit des Speichervorgangs sowie die thermische Leitfähigkeit der Speichermaterialien, die für die Lade- und Entladezeit der Speicher wichtig ist.

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