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Beim EuroDish-Stirling System konzentrieren die Spiegel das einfallende Sonnenlicht auf den im Brennpunkt befindlichen Stirling.
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Perspektiven

Nur mit modernisierten und neuen Energietechnologien werden sich in Deutschland eine höhere Energieeffizienz, eine nachhaltigere Energieversorgung und die klimapolitischen Ziele erreichen lassen. KWKTechnologien können hierzu einen großen Beitrag leisten. Vor allem die Kleinanlagen arbeiten mit dem kohlenstoffarmen Energieträger Erdgas und – stark zunehmend – mit Bioölen und Biogas. Die Anlagen weisen daher vergleichsweise gute CO2-Emissionswerte auf. Selbst im Vergleich zu modernen Erdgaskraftwerken mit Gas- und Dampfturbinenprozess liegen die spezifischen CO2-Werte von KWK-Anlagen etwa 20 - 30% besser.

Die vier vorgestellten KWK-Technologien entwickeln sich derzeit mit unterschiedlichem Tempo und stehen auf dem Markt in Konkurrenz zueinander. Die Motorheizkraftwerke sind mit mehreren tausend installierten Aggregaten eine bewährte und etablierte Technologie. Die Markteinführung von BHKW mit Mikrogasturbine und Stirlingmotor hat vor wenigen Jahren begonnen. Bei den Brennstoffzellen sind leistungsstarke Hochtemperatursysteme auf dem Markt, während sich die für den Gebäudebereich interessanten Niedertemperatursysteme noch in der abschließenden Entwicklungsphase befinden. Das Stromnetz könnte einen Ausbau der KWK-Anlagen ohne große Probleme technisch und organisatorisch meistern. Viele dezentrale Anlagen lassen sich wie ein „virtuelles Kraftwerk“ zentral regeln.

Bisher stehen einem verstärkten Ausbau der KWK aber die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen als zentrales Hemmnis entgegen. In Deutschland werden derzeit etwa 10% des Stroms in großen und kleinen KWK-Anlagen erzeugt. In einigen europäischen Nachbarländern liegt die Quote deutlich höher: Dänemark 50%, Niederlande 40%, Finnland 40%. Auch für Deutschland wird zukünftig ein Anstieg erwartet, besonders „Kleinanlagen“ in Siedlungen, Mehrfamilienhäusern, Gewerbebetrieben u. ä. werden zunehmen. Aber auch die in den nächsten Jahrzehnten anstehende Modernisierung des deutschen Kraftwerksparks in einer Größenordnung von 40.000 MW wird den KWK-Techniken neue Perspektiven eröffnen.

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