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Technische Details weiterer Projekte zur geothermischen Stromerzeugung im Rahmen des ZIP-Programms.
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Ausblick

Das geothermische Heizkraftwerk Neustadt-Glewe ist ein wichtiges Pilotvorhaben, um Betriebserfahrungen in der geothermischen Stromerzeugung unter den geologischen Bedingungen in Deutschland sammeln zu können. Für die Integration der Stromproduktion in diese Anlage sprechen das hohe Temperaturniveau, die bekannten Fließraten sowie die sommerlichen Wärmeüberschüsse und der Betrieb als KWKAnlage. Die Erfahrungen aus Neustadt-Glewe werden auch für die geothermische Stromerzeugung an anderen Standorten – sowohl hydrothermale wie nach dem Hot- Dry-Rock-Verfahren – bedeutsam sein.

Geothermischer Strom steht unabhängig von Jahres- und Tageszeiten zur Verfügung und wäre daher grundsätzlich für den Grundlastbereich der Stromversorgung geeignet. Das geothermische Strompotenzial in Deutschland ist enorm. Mit der heutigen Technik ließe sich ein Potenzial erschließen, das dem 600-fachen des deutschen Jahresstromverbrauchs entspricht. Hiervon entfallen nur 1 % auf Heißwasser-Aquifere. Aber selbst dieses entspricht noch dem Fünffachen des derzeitigen Jahresstromverbrauchs. Dieses technische Potenzial wird sich so nicht realisieren lassen, weil die Wärmenachfrage der limitierende Faktor ist. Würden sämtliche deutsche Fernwärmenetze nur noch mit geothermischer Wärme versorgt, dann würde der Anteil des geothermischen Stroms 2 % des deutschen Stromverbrauchs betragen. Um den Anteil des geothermischen Stroms weiter erhöhen zu können, bedarf es zukünftig eines Ausbaus dieser Wärmenetze oder anderer Wärmenachfrage.

Geothermischer Strom ist derzeit noch vergleichsweise teuer. Die möglichen Stromgestehungskosten hängen u. a. von der Bohrtiefe, der dort herrschenden Temperatur, dem Eigenstromverbrauch der Anlage und dem Fördervolumen ab. Die derzeitigen Berechnungen kommen zum Ergebnis, dass die Kilowattstunde geothermischen Stroms etwa bei 18 - 22 Cent liegen würde. Geht man aber von den geologischen Bedingungen des Oberrheingrabens aus und nimmt die Temperatur mit 180 °C und die Förderrate mit 200 m³/h an, dann sind auch Stromgestehungskosten von 8 Cent erreichbar. Auf der technischen Seite sind im Bereich der Bohrtechnik und der Stromerzeugungsanlagen noch weitere Effizienzsteigerungen und damit Kostenreduzierungen zu erwarten.

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Projektnehmer
Erdwärme-Kraft GbR